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Kultur im Norden Baustopp für Aufbau von Potsdamer Kirche
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19:16 14.02.2018

Potsdam. Das Vorhaben ist gewaltig und umstritten: Der Wiederaufbau des 90 Meter hohen Turms der Potsdamer Garnisonkirche stößt nach langem politischen Streit nun auf große technische Schwierigkeiten. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

Umstritten: der Wiederaufbau der Garnisonkirche. Quelle: Foto: Dpa

Seit Jahresbeginn ruhe die Baustelle, weil die ersten Bohrungen für die Gründung des 90 Meter hohen Turms nicht erfolgreich verlaufen seien, sagte der Sprecher der Stiftung Garnisonkirche, Wieland Eschenburg. „Nun prüfen Fachleute, mit welcher anderen Bohrtechnik die Gründungspfähle durch das alte Fundament gebracht werden können“, erklärte Eschenburg. Wann die Arbeiten am Fundament wieder anlaufen, sei ungewiss. „Wir sind aber optimistisch, dass das Projekt bald weitergeführt werden kann“, betonte er.

Doch welche Auswirkungen die unerwarteten Probleme auf die Kosten und den Zeitplan haben, konnte Eschenburg nicht sagen. So ist unklar, ob die Arbeiten an dem Fundament wie geplant bis zum Mai abgeschlossen werden können. Dies könnte den ohnehin knappen Zeitplan für den Bau des Garnisonkirchen-Turms ins Wanken bringen. Das Projekt muss bis 2020 abgeschlossen sein, sonst läuft die Baugenehmigung aus.

Beim Luftangriff auf Potsdam am 14. April 1945 brannte das Innere des Kirchenschiffs und des Turms aus. Die Umfassungsmauern blieben intakt. Im kreuzförmigen Turmraum wurde 1950 die Heilig-Kreuz-Kapelle eingerichtet, in der noch bis 1968 Gemeindeleben und Gottesdienste stattfanden. Nachdem bereits Wiederaufbauarbeiten begonnen hatten, wurde die Ruine – gegen Proteste in der Bevölkerung – auf Beschluss der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) etwa zeitgleich mit der intakten Leipziger Universitätskirche im Mai und Juni 1968 aus ideologischen Gründen gesprengt.

Gegen den Wiederaufbau der einstigen Militärkirche wenden sich mehrere Initiativen. Darunter auch evangelische Christen, die in der Garnisonkirche eine Stätte des preußischen Militarismus sehen. Sie verweisen auch auf den „Tag von Potsdam“ im März 1933, als Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler in der Kirche die Hand gegeben hatte.

LN

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