Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Bayreuth startet ohne roten Teppich

Bayreuth Bayreuth startet ohne roten Teppich

Der Amoklauf von München überschattet Deutschlands berühmtestes Opernfestival: Die Bayreuther Festspiele sind gestern aus Respekt für die Opfer der Bluttat vom Freitag ...

Bayreuth. Der Amoklauf von München überschattet Deutschlands berühmtestes Opernfestival: Die Bayreuther Festspiele sind gestern aus Respekt für die Opfer der Bluttat vom Freitag ohne Staatsempfang und roten Teppich gestartet. Zudem gab es drastisch verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Polizeikräfte patrouillierten am Festspielhaus, das mit Absperrungen gesichert worden war. Die Taschen von Festspielbesuchern und Zaungästen wurden kontrolliert.

So etwas hat es in der jüngeren Geschichte der Richard-Wagner-Festspiele wohl noch nie gegeben. Sprecher Peter Emmerich kann sich nicht an einen ähnlichen Vorfall erinnern.

Die Festspiele hatten dafür plädiert, dass die Stadt Bayreuth den roten Teppich absagt. „Alles andere würden wir als geschmacklos und völlig unpassend empfinden“, sagte Emmerich. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte auch den traditionellen Staatsempfang nach der Aufführung ab. Dies gebiete der Respekt vor den Opfern und ihren Angehörigen. Die Premierenvorstellung der Oper „Parsifal“ gestern sei den Opfern und ihren Angehörigen gewidmet, teilte die Festspielleitung auf ihrer Internetseite mit. „Die Mitwirkenden der Bayreuther Festspiele trauern um alle Menschen, die am 22. Juli in München auf so tragische Weise ums Leben kamen. Den Angehörigen und Hinterbliebenen gehört unser tiefes Mitgefühl“, heißt es dort. Die Aufführung der Neuinszenierung von Richard Wagners letzter Oper „Parsifal“ selbst sollte trotz allem stattfinden. Das Werk enthalte eine „Friedens- und Versöhnungsbotschaft“, betonte Emmerich. Regie führt Uwe Eric Laufenberg, Dirigent ist Hartmut Haenchen, der das Dirigat erst kurz vor der Premiere von dem abgesprungenen Andris Nelsons übernommen hat. Kanzlerin Angela Merkel hat ihre Teilnahme an der Eröffnung aus Termingründen abgesagt.

Die Festspiele dauern bis zum 28. August. Neben dem „Parsifal“ stehen in diesem Jahr der „Ring des Nibelungen“ sowie „Der fliegende Holländer“ und „Tristan und Isolde“ auf dem Programm.

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden