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Begeisterung für den Nachwuchs

Lübeck Begeisterung für den Nachwuchs

Das Konzert der Preisträger des Possehl-Musikwettbewerbes ist immer ein ganz besonderes Ereignis an der Musikhochschule Lübeck.

Lübeck. Das Konzert der Preisträger des Possehl-Musikwettbewerbes ist immer ein ganz besonderes Ereignis an der Musikhochschule Lübeck. Die Ausgezeichneten können ohne den Wettbewerbsdruck ihr Können unter Beweis stellen, das Publikum ist grundsätzlich wohlgelaunt, die Stimmung im immer nahezu ausverkauften Saal ausgezeichnet. So auch am Donnerstag, als die Gewinner des Jahres 2016 auftraten.

Die einzige Sängerin unter den Siegern, die kolumbianische Sopranistin Fiorella Hincapié, war durch Krankheit verhindert. Das gab den anderen Gewinnern mehr Raum für ihre Präsentation, den sie dann auch zu nutzen wussten. Allen voran Margreta Häfer, die Siegerin des Wettbewerbs. Die junge Cellistin aus der Klasse von Trøls Svane brillierte zu Beginn des Abends mit dem „Elfentanz“ von David Popper (1843-1913). Virtuosenmusik ohne großen Gehalt, aber dafür gespickt mit technischen Schwierigkeiten. Die Selbstverständlichkeit, mit der Margreta Häfer mit diesen Problemen umging, war atemberaubend. Wie schon im Wettbewerb überzeugte sie zudem mit ihrem eleganten Ton und ihrer Bühnenpräsenz. Dass sie auch mit dem gewichtigen romantischen Repertoire umgehen kann, bewies sie mit Schumanns Adagio und Allegro op. 70, die ihr hinreißend gelangen.

Mit Luigi Bassis „Rigoletto“-Fantasie wandte sich auch der Klarinettist Wooyon Kim, Gewinner des dritten Preises und Student bei Sabine Meyer, der Virtuosenmusik zu. Atemberaubende Registerwechsel, hart an der Grenze des Machbaren, absolvierte er wie spielerisch. Auch er erhielt großen Beifall. Ebenso die zweitplatzierte Cellistin Lia Chen Perlov (Klasse Trøls Svane), die mit warmem Ton eine Franck-Sonate zum Leben erweckte.

Das Finale des Abends gehörte dann wieder Margreta Häfer. Caspar Cassadós Cello-Suite, die auf spanischen Tänzen basiert, erklang feurig und leidenschaftlich. Wieder ein hinreißender Auftritt der jungen Musikerin mit den vielen Möglichkeiten. Jürgen Feldhoff

LN

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