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Kultur im Norden Bekenntnisse zur Muttersprache
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13:18 24.12.2015
Auf der Suche nach deutscher Tiefe. Sängerin Sarah Connor. Quelle: dpa

Noch bis zum 31. Januar können Internetnutzer darüber abstimmen, welche mehr oder weniger prominente Person den Titel „Sprachwahrer des Jahres 2015“ verdient. Er wird vergeben von der Plattform „Deutsche Sprachwelt“, die sonst vor allem mit der Entlarvung von „Sprachpanschern“ auf sich aufmerksam macht. Jetzt aber hat sie Positives im Sinn: Für den „Sprachwahrer“-Titel ist zum Beispiel Sarah Connor nominiert — wegen ihres Muts zur „Muttersprache“. So heißt das jüngste Connor-Album, die „Deutsche Sprachwelt“ zitiert die Sängerin, die eigentlich Sarah Lewe heißt, mit den Worten: „Ich brauchte mehr Tiefe. . . . Mir wurde klar: Ich muss in meiner Muttersprache singen.“

Es gibt auch zweifelhafte Verfechter des Deutschen, die da zur Wahl gestellt werden: Zum Beispiel Andrew Onuegbu. Der gebürtige Nigerianer nennt sein Gasthaus in Kiel „Zum Mohrenkopf.“ Damit widersetze er sich bewusst der politischen Sprachpolizei, kommentieren die Sprachkommissare von der „Deutschen Sprachwelt“. Denn sein Ansatz laute: „Ich bin Mohr . . . Der Mohr stand im Mittelalter als Auszeichnung für gute Küche!“ Weil das Lutherjahr 2017 winkt, wurde auch Altbischof Christoph Kähler nominiert. Dieser habe erwirkt, „dass die Lutherbibel genauer und verständlicher wird und sich stärker an der Sprache Martin Luthers ausrichtet“.

Und auch die Augsburger Stadtverwaltung wird als Sprachwahrerin genannt: Weil bei einer Befragung 38 von 43 Dienststellen den Antrag der örtlichen FDP abgelehnt hätten, Englisch als weitere Verkehrssprache einzuführen. Deutsch als Amtssprache reiche völlig aus.

• Unter der Internetadresse http://deutschesprachwelt.de/sprachwahrer/#_2015 findet man ein Abstimmungsformular zur Wahl des Sprachwahrers

mib

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