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Benoîte Groult mit 96 Jahren gestorben

Paris Benoîte Groult mit 96 Jahren gestorben

. Als „Frauen-Porno“ und „Hymne an den Phallus“ war ihr Roman „Salz auf unserer Haut“ anfangs verschrien.

Paris. . Als „Frauen-Porno“ und „Hymne an den Phallus“ war ihr Roman „Salz auf unserer Haut“ anfangs verschrien. Benoîte Groult hatte mit ihrer Geschichte einer wilden Affäre zwischen einer Pariser Intellektuellen und einem Fischer Millionen von Leserinnen und Lesern ergötzt, aber auch viele vor den Kopf gestoßen. Mit 68 Jahren hatte sie den Roman, der heute zu den Klassikern der erotischen Literatur zählt, als Ich-Erzählerin geschrieben. Jetzt ist die Schriftstellerin und Feministin im Alter von 96 Jahren gestorben.

 

LN-Bild

Die französische Schriftstellerin Benoîte Groult (1920-2016).

Quelle: Fotos: Dpa

Einen zwanghaften Drang nach dem Leben, so nannte sie ihre Philosophie einmal. Sie habe in ihrem Leben kein Gelöbnis der Monogamie abgelegt, sagte sie in einem Interview. Noch im hohen Alter nahm die Pariserin kein Blatt vor den Mund. Ihr Kampf galt den Rechten und der Freiheit der Frau.

Erst vor drei Jahren kam von ihr Band „Ainsi soit Olympe de Gouges“ heraus, ein Buch über die Revolutionärin und Frauenrechtlerin Olympe de Gouges, die sich schon vor mehr als 200 Jahren für die Rechte und die Freiheit der Frau einsetzte. Ihr Kampf kostete die Pionierin des Feminismus das Leben: Auf dem Schafott wurde die französische Schriftstellerin 1793 hingerichtet, beschimpft als Prostituierte und Aufwieglerin.

Groult war keine Vielschreiberin. In rund 50 Jahren hat die studierte Literaturwissenschaftlerin 20 Bücher geschrieben oder mitverfasst. Bis zur Veröffentlichung von „Salz auf unserer Haut“

1988 war sie nur in Frankreich bekannt. Die Leute hätten wissen wollen, „wie man 50 Jahre lang eine glückliche Ehe mit Affäre führen kann, ohne die Beziehung zu gefährden“, erklärte sie sich den Erfolg ihres Romans. Das von Andrew Birkin im Jahr 1992 verfilmte Buch wurde weltweit mehr als drei Millionen Mal verkauft. In Deutschland stand es monatelang auf der Bestsellerliste.

Sabine Glaubitz

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