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Kultur im Norden Berühmtes Bilderpaar der Romantik restauriert
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21:22 21.01.2016
Zum Niederknien: Ein Fotograf vor dem Bild „Abtei im Eichwald“.

/Greifswald. Nach mehrjähriger Restaurierung ist das berühmteste Bilderpaar der deutschen Romantik wieder für Publikum zu sehen: Die von Caspar David Friedrich (1774-1840) geschaffenen Gemälde „Mönch am Meer“ und „Abtei im Eichwald“ werden ab heute in einer Sonderausstellung in der Alten Nationalgalerie auf der Berliner Museumsinsel gezeigt. Das teilten die Staatlichen Museen zu Berlin gestern mit.

Fragile Maltechnik, Vernachlässigung im 19. Jahrhundert und historische Restaurierungen hätten bei den beiden um 1810 entstandenen Frühwerken Caspar David Friedrichs in den vergangenen zwei Jahrhunderten zu Substanzverlusten und teils gravierenden Veränderungen geführt, hieß es. Auch vergilbte Firnisschichten auf der Oberfläche der Gemälde hätten das ursprüngliche Erscheinungsbild erheblich verfälscht.

Bei der Vorbereitung der „Jahrhundertausstellung“ von 1906 seien die Leinwände der Kunstwerke folgenschweren Veränderungen ausgesetzt worden. So seien beide Gemälde mit einer zweiten Leinwand verstärkt worden, die mit einer Wachs-Harz-Mischung auf die Rückseite der Kunstwerke aufgebügelt worden sei. Unvollständig geschmolzene Wachsklumpen hätten dabei die Leinwand verbeult, Hitze und Druck hätten großflächige Schäden verursacht.

Beim „Mönch am Meer“ seien auf der Vorderseite mehrere Abdrücke von Bügeleisen zu erkennen gewesen, hieß es weiter. Fehlstellen und weitere Beschädigungen seien großflächig überkittet und übermalt worden. 100 Jahre danach seien die Restaurierungsmaterialien zudem stark verfärbt gewesen. Vor allem Retuschen einer weiteren Restaurierung aus den 20er Jahren seien weißlich verfärbt gewesen und hätten den fälschlichen Eindruck von Nebelschwaden über dem Meer erweckt. Bei der „Abtei im Eichwald“ habe eine langsame chemische Reaktion zu einer unumkehrbaren Entfärbung der Blautöne geführt. Die von 2013 bis 2016 laufende Restaurierung habe auch wesentlich dazu beigetragen, die künstlerische Entstehungsgeschichte der beiden Gemälde zu dokumentieren. Die Restaurierung wurde von einer gemeinnützigen Stiftung ermöglicht.

Die Ausstellung ist bis zum 22. Mai dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr in der Alten Nationalgalerie auf der Berliner Museumsinsel zu sehen.

• Internet : www.smb.museum

LN

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