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Kultur im Norden Beschreibung eines Kampfes
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19:12 26.07.2018
Im Saal der Gemeinnützigen: Sara Dusanic (Literaturhaus Schleswig-Holstein, l.), Meir Shalev und Übersetzerin Avi Bolotinsky. Quelle: Foto: Lutz Roessler
Lübeck

Begonnen haben die Lesungen schon am Montag im Eutiner Schloss. Meir Shalev war dort zu Gast, einer der bekanntesten Autoren seines Landes. Er trug auch jetzt im Saal der Gemeinnützigen im Beisein von Kulturministerin Karin Prien vor, aus „Mein Wildgarten“, seinem im vergangenen Jahr auf Deutsch erschienenen Buch.

Der Wildgarten liegt bei Shalevs Haus im Norden Israels. Nur ein Stück Land, sagt er, kein heiliger Boden. Aber es wachsen Blumen und Sträucher dort, er hegt und pflegt sie, und es gibt keinen Zaun.

So kommt manchmal Besuch vorbei, ein Brautpaar etwa, das sich zwischen seinen Beeten fotografieren lassen will. Oder es kommen Tiere, Wildschweine zum Beispiel oder, nicht ganz so groß, Blindmäuse.

Die Mäuse kommen leise und aus dem Untergrund. Sie kündigen sich nicht an, sondern werfen kleine Erdhaufen auf als Zeichen ihrer Existenz. Aber dann ist es schon zu spät. Dann sind sie schon da.

Shalev erzählt das leicht und mit einer Ironie, die gerade auch ihn selbst nicht ausnimmt. Es ist die Beschreibung eines Kampfes, ein Schlachtengemälde mit Gladiolen und asiatischem Hahnenfuß. Aber zugleich ist es eine Erzählung über die politische Lage seines Landes.

Shalev wehrt sich. Er holt sich Rat. Er greift zu Mitteln. Selbst eine Maulwurfskanone steht irgendwann auf dem Plan. Aber es hilft alles nicht. Die Blindmaus, dieser Einsiedlertyp, der nichts sieht, der seine Artgenossen hasst und sein Reich bissig verteidigt, ist ein Kontrahent von einiger Größe. Dieser „Kampf der Söhne des Lichts gegen die Söhne der Finsternis“ ist nicht zu gewinnen. Was Shalev auch aufwendet, am Ende richtet sich alles gegen ihn selbst. Also arrangiert er sich und beschließt, „den Konflikt zu verwalten“.

Meir Shalev ist einer der prominenten Autoren des vom Literaturhaus Schleswig-Holstein in Kooperation mit lokalen Partnern veranstalteten Lesesommers. Seine Cousine Zeruya Shalev, weltweit gefeiert für ihre Romantrilogie „Liebesleben“, „Mann und Frau“ und „Späte Familie“, gehört ebenso dazu. Sie wird unter anderem am 2. August in der Lübecker Petrikirche lesen. Auch Assaf Gavron und Lizzie Doron werden erwartet, die Lyrikerin Adi Keissar, der österreichische Autor Norbert Gstrein mit seinem Israel-Roman „In der freien Welt“ sowie der frühere ARD-Korrespondent Jörg Armbruster.

int

Info: www.literaturhaus-sh.de

LN

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