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Beseelte Bläserklänge auf der Luxuswerft

Beseelte Bläserklänge auf der Luxuswerft

German Brass bot in der Evers-Werft einen hochkarätigen Konzertabend mit hoher Gag-Dichte – Rekord-Halbzeit beim SHMF.

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Elf Freunde sollt ihr sein: German Brass vereint virtuose Musiker.

Quelle: Foto: Shmf

Niendorf. „Der Spielort auf der Luxuswerft, wo uns kein Kunstbanause nervt, hält neuen Glanz für euch bereit, und zeigt im Sommerabendkleid, wie Weltsolisten harmonieren, wenn sie im Einklang konzertieren, und mit beseelten Bläserklängen, das Publikum zum Beifall drängen.“

Klaus Wallendorf brauchte das vergnügungsbereite Publikum im Sommerabendoutfit gar nicht zum Beifall drängen, ausgiebig applaudierte es dem Hornisten der Berliner Philharmoniker und seinen zehn Bläser-Kollegen am Donnerstag in der Evers-Werft. German Brass beim SHMF, das bedeutet natürlich zuallererst 1A-Musikgenuss. Hier spielen elf Top-Musiker aus herausragenden Orchestern unter Leitung des Lübecker Trompeters Matthias Höfs maßgeschneiderte Arrangements – von Johann Sebastian Bachs Toccata und Fuge d-Moll, die man selten so gehört hat, und seiner Sinfonia aus der Kantate „Wir danken dir, Gott“ über eine Schnellpolka von Johann Strauß (Sohn), über Gershwin und Bernstein bis zu einer musikalischen Weltreise aus russischen Tänzen, Bossa Nova, Country- und Jazz-Variationen. Die Herren wirkten wie ein einziger Organismus auf der Bühne, immer wieder glänzten virtuose Solisten, und der Spaß am Spiel war unübersehbar.

German Brass auf der Bühne, das bedeutet auch eine hohe Kalauer-Dichte, das Spiel mit Dialekten und politischen Anspielungen in den Moderationen von Klaus Wallendorf. So erfuhr das Publikum, dass Leonard Bernstein in seiner „West Side Story“ („heute hätte er sie ,Web Site Story‘ genannt“) Antworten auf drängende Fragen des globalen Miteinanders gegeben hat: Wo parken wir im 21. Jahrhundert und wer erlöst uns vom Klimawandel? Die Antworten wurden dann gespielt: „Somewhere“ und „Amerika“. Immer wieder Gelächter und viel Applaus, erst nach mehreren Zugaben war um 22.30 Uhr Schluss mit lustig.

Mit diesem Konzert ging die erste Halbzeit des Festivals zuende, und die Festivalleitung zieht eine positive Zwischenbilanz. 114 Veranstaltungen der 193 Konzerte, fünf Musikfeste auf dem Lande und zwei Kindermusikfeste seien ausverkauft. Festival-Intendant Christian Kuhnt dankt den Gästen für ihr Vertrauen: „Unser Porträtsolist Avi Avital hat sich mit seiner offenen und zugewandten Art in die Herzen aller Gäste des SHMF gespielt, seine Konzerte stießen auf ein riesiges Interesse. Auch die Konzerte, die wir unserem Schwerpunktkomponisten Maurice Ravel widmen, sind – mit vielen ausverkauften Veranstaltungen – enorm nachgefragt.“ Mit Daniel Hopes Familienkonzerten heute und morgen beginnt in Lübeck die zweite SHMF-Halbzeit. ph

LN

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