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Bilder to go ab morgen in Mölln

Mölln Bilder to go ab morgen in Mölln

Mehr als 600 Bilder umfasst die Artothek des Kunstvereins — einige werden ausgestellt.

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Regine Bonke und Michael Packheiser mit dem Neuzugang von Christoph Ruckhäberle aus dem Jahr 2015.

Quelle: Petra Haase

Mölln. Mölln. Eine Ausstellung, bei der man die Kunstwerke hinterher mit nach Hause nehmen kann, ohne sie zu kaufen — das gibt es ab morgen im Museum Altes Rathaus in Mölln. Der Lauenburgische Kunstverein präsentiert dort etwa 60 Bilder aus seiner Artothek. Das ist so etwas wie eine Bibliothek, nur mit Kunst. Bilder to go, sozusagen.

Das älteste Bild der Ausstellung ist ein Foto von Heinrich Zille aus dem Jahr 1901, das jüngste eine Neuerwerbung von 2015, ein Frauenporträt von Christoph Ruckhäberle, einem Vertreter der Neuen Leipziger Schule. Unter Grafiken, Radierungen, Lithografien, Aquarellen, Linolschnitten und Siebdrucken finden sich bekannte Namen wie Günter Grass, A. Paul Weber, Jonathan Meese, Friedensreich Hundertwasser.

„Die Schönsten der Schönen“ wurden aus dem beachtlichen Fundus von mehr als 600 Kunstwerken für die Ausstellung „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ ausgewählt, sagt Artothek-Chefin Regine Bonke. Die Künstlerin aus Ratzeburg hat vor 26 Jahren die Artothek mit gegründet, die heute nach Kiel und Eckernförde die drittgrößte in Schleswig-Holstein ist. Insgesamt gibt es im Land zehn dieser „Leihbildereien“.

Was 1989 mit Briefen des Kunstvereins an Künstler begann, ist inzwischen die größte Sammlung zeitgenössischer Kunst im Kreis Herzogtum Lauenburg, freut sich der Vorsitzende des Kunstvereins, William Boehart. Unter den 260 Künstlern, die ihre Werke zur Verfügung stellten, finden sich international bekannte Namen, regionale Maler, aber auch Künstler aus der DDR wie Manfred Butzmann oder Wolfgang Mattheuer. Als „Schule des Sehens und eine Möglichkeit, am geistigen Diskurs der Zeit teilzuhaben“, sieht Regine Bonke Artotheken. „Sie befördern die Auseinandersetzung mit Kunst, sorgen für mehr Bildung und sind einfach nur das Glück an der Wand.“ Und das auch für Menschen ohne dickes Portemonnaie. „Man kann natürlich auch danach gehen: Was passt gerade zu meiner Stimmung? Oder zu meinem Sofa?“, scherzt Bonke.

Das Konzept wird angenommen, etwa 500 Bilder ziehen jährlich aus dem Lager in der Stadtbibliothek in private oder Geschäftsräume um. Für vier Euro können jeweils bis zu zwei Kunstwerke für drei Monate entliehen werden. Aus einem Katalog kann man sich die gewünschten Bilder aussuchen — oder eben auch ab morgen in der Ausstellung.

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet“, Ausstellung im Alten Rathaus Mölln bis zum 17. April. Vernissage morgen um 15.30 Uhr. Geöffnet mo-fr 10 —17 Uhr, sa/so 11—16 Uhr. Führung am 7. April um 19 Uhr. Anmeldung unter Tel. 04542 / 835462. www.l-kv.de

Lübecks Kunst im Koma

Schon Anfang der 1980er Jahr wurde in Lübeck Kunst für eine Artothek angekauft — die allerdings bis heute im Koma liegt. Etwa 700 Werke von mehr als 200 Künstlern, darunter Schwergewichte wie Lüpertz, Christo, Beuys, Richter, Immendorff, Janssen, wurden mit Mitteln von Unternehmen wie Dräger, Stiftungen, mit Geldern aus dem städtischen und Landeshaushalt und aus der Zonenrandförderung zusammengekauft und lagern seitdem im Magazin, einige zieren auch Behördenzimmer. Derzeit werden sie nach Auskunft von Nina Jakubczyk aus dem Lübecker Kulturbüro katalogisiert und digitalisiert.

Danach sollen sie neu taxiert werden, und ab Frühjahr 2017 könnten sie dann entliehen werden, sagt Nina Jakubczyk.

Von Petra Haase

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