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Kultur im Norden „Bin im Norden gelandet“, sagt Ilona Kelling
Nachrichten Kultur Kultur im Norden „Bin im Norden gelandet“, sagt Ilona Kelling
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18:18 30.07.2016
Ilona Kelling wurde 1953 in Lübeck geboren. Die Malerin lebt in Lübeck und Berkenthin und betreibt zusammen mit dem Objektkünstler Karsten Müller das Atelier Nr. 44 in der Fleischhauerstraße. Heute und am nächsten Wochenende zeigen sie von 12 bis 18 Uhr ihre Werke im Garten in Berkenthin, Drosselweg 29.

Dass ich Schweden liebe, ist kein Geheimnis, da muss man sich nur meine Bilder ansehen. Als Kind war ich immer in den Ferien und darüber hinaus bei meiner großen Schwester in Schweden, das hat mich geprägt. Nordische Landschaften mit mystischen Motiven dominieren auch meine aktuelle Bilderserie „Sagaland“.

Wenn ich mich zum Malen zurückziehe, brauche ich Musik. Coldplay höre ich sehr gerne. Eine Neuentdeckung für mich ist die schwedische Sängerin Sofia Jannok. Sie singt hauptsächlich auf Nordsamisch im Stile des Joiks, aber sie textet auch auf Englisch und Schwedisch und kombiniert samische Folklore mit Pop und Jazz . Diese Art der Musik inspiriert mich.

Auch beim Lesen bin ich gerade wieder im hohen Norden gelandet, auf meinem Nachttisch liegt das Buch „Deutschenkind“ von Herbjørg Wassmo. Es spielt in der Nachkriegszeit auf einer kleinen Fischerinsel im Norden Norwegens. Das Mädchen Tora ist die Tochter eines deutschen Soldaten der Besatzungsmacht. Ich habe das Buch schon einmal in den Achtzigerjahren gelesen, damals hieß es „Das Haus mit der blinden Glasveranda“. Aber wenn man älter wird, nimmt man Bücher noch einmal anders wahr als früher, und nach wie vor geht dieses Schicksal unter die Haut.

Um das Thema Skandinavien abzuschließen: Vor kurzem habe ich den Thriller „Erlösung“ des dänischen Schriftstellers Jussi Adler-Olsen gesehen. Wer Spannung liebt, sollte sich die DVD holen.

Natürlich gibt es auch bei uns im Norden vieles zu entdecken. So gehört ein Besuch der NordArt in Büdelsdorf für mich in jedem Jahr zum schönen Pflichtprogramm des Sommers. Nicht nur, weil es die größte jährliche Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa ist. Die ehemalige Eisengießerei Carlshütte ist ein beeindruckendes Industriedenkmal und bietet mit dem großzügigen Parkgelände ein spezielles Ambiente. Werke von 250 Künstlern aus 50 Ländern sind dort noch bis zum 9. Oktober zu erleben.

Zunächst freue ich mich auf das Weiße Dinner am 13. August in der Fleischhauerstraße. Jeder kann mitmachen, bringt Tische und Stühle, Essen und Trinken mit, man sitzt nett in lockerer Runde zusammen, kommt ins Gespräch, es ist eine tolle Atmosphäre.

Ein jährliches Highlight ist für mich die Lübecker Museumsnacht, die in diesem Jahr am 27. August stattfindet. Die „Galerie für eine Nacht“, Tünkenhagen 32, ist immer ein Muss, ebenso wie das Quartier feine Künste in der Fleischhauerstraße 67. Dort zeigt Vivien Thiessen in diesem Jahr aktuelle Arbeiten, und ab 20.30 Uhr spielen Till Bethge & Secret Forest. Außerdem versuche ich in jedem Jahr, das St. Annen Museum zu besuchen.

LN

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