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„Bin nicht dafür gemacht, Star zu sein“

Lübeck „Bin nicht dafür gemacht, Star zu sein“

Ellie Goulding auf großer Tour: Die britische Sängerin von „Love me like you do“ tritt morgen in Hamburg auf.

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Drittes Studio-Album: Ellie Goulding zeigt sich auf dem Cover von „Delirium“ blond und freizügig.

Quelle: Universal

Lübeck. Sie hatten mit „Love me like you do“, der Teil des Soundtracks zu „Fifty Shades of Grey“ war, Anfang 2015 einen immensen Erfolg. Wie lief das Jahr insgesamt für Sie?

Ellie Goulding:  Es war episch. Ich fühle mich manchmal in einer einmaligen Situation, weil einige mich eher mit elektronischer Musik in Verbindung bringen, andere mit Pop, wieder andere mit Balladen. Durch diese Vielfalt kann ich ständig neue und gegensätzliche Dinge tun, ob es im Fernsehen oder Radio ist. Ich habe eine recht aufregende, aber unvorhersehbare Karriere. Wer weiß, was 2016 bringt.

Stört es Sie nicht, oft auf „Love me like you do“ reduziert zu werden?

Goulding:  Nein, das Lied ist ein großer Teil meiner Show und Karriere. Es zeigt meine Stimme, wie ich sie noch nie gezeigt habe. Es ist ein brillantes Liebeslied, und ich bin stolz darauf, dass ich diejenige bin, die es jeden Abend singen kann, und dass es offenbar viele Brautpaare als Hochzeitslied wählen.

Ihr aktuelles Album „Delirium“ ist poppiger geworden als die vorigen. Hatten Sie bei der Produktion im Hinterkopf, dass das einige Fans vergraulen könnte?

Goulding:  Ja, sicher. Aber ich habe immer daran geglaubt, dass die Fans verstehen, warum ich diese Richtung auf meinem dritten Album eingeschlagen habe. Die Fans haben damit gerechnet, dass ich irgendwann ein Album mache, das mich über ein gewisses Level bringt.

Hat Sie die Tatsache, dass die Fans trotz der Veränderung zu Ihnen stehen, stärker gemacht?

Goulding: Ja, ich habe in meiner Karriere nie das Risiko gescheut. Das bringt dieser Beruf ohnehin mit sich. Aber ich war mir bei diesem Album sicher, dass ich diese Musik unter die Leute bringen möchte. Es kann einschüchternd sein, aber ich bin wirklich stolz auf dieses Album.

Wann waren Sie denn das letzte Mal selbst im Delirium, also nicht ganz im Vollbesitz Ihrer Sinne?

Goulding:  Das ist eine Art Dauerzustand bei mir, im Kopf etwas durcheinander zu sein. Ich finde das Wort Delirium sehr passend und naheliegend, wenn es darum geht, mein Leben zu beschreiben.

Wie verläuft Ihr Leben denn?

Goulding:  Im Moment total verrückt. Ich war immer ein bodenständiges Mädchen und fühle mich nach wie vor ziemlich geerdet. Vieles an diesem Beruf der Popsängerin irritiert mich noch immer, ich bin eigentlich nicht dafür gemacht, ein Star zu sein. Aber ich lerne, mich mit dem Stress, den vielen Terminen, dem Jubel und den dicken Autos, die mich vom Flughafen abholen, zu arrangieren.

Auf „Delirium“ gibt es viele Gute- Laune-Songs. Sie haben einmal gesagt, dass es deprimierend ist, auf Tour traurige Songs darzubieten...

Goulding:  Ja, ich möchte bei meiner Tournee Freude versprühen. Was nicht heißt, dass ich künftig nicht auch wieder ein Album mit Herzschmerz-Balladen machen werde.

Was können wir in Deutschland von Ihren Konzerten erwarten?

Goulding: Meine Shows sollen gewaltig werden. Ich habe nochmal einen großen Schritt nach vorne gemacht. Ich werde natürlich viele Songs meines aktuellen Albums spielen und auch ein paar ältere wie „Lights“. Aber generell ist es eine sehr fröhliche Show.

Es scheint, dass es Ihnen wichtig ist, dass andere Menschen Sie nett finden.

Goulding:  Na klar. Besser nett als unausstehlich. Ich glaube schon, dass mich die meisten ganz in Ordnung finden. Warum auch nicht? Ich raste nicht oft aus. Man muss mich schon sehr provozieren, bevor ich richtig harsch reagiere.

Die Musikindustrie ist ein Haifischbecken. Wie kommt die freundliche Ellie Goulding da zurecht?

Goulding: Sie schlägt sich durch. Sie nimmt nicht alles zu ernst. Ich habe verstanden, worum es in diesem Geschäft geht. Und ich passe mich an. Einige der Lieder auf dem neuen Album sind selbst so oberflächlich, dass sie bestens in diese Welt hineinpassen. Absichtlich.

Als Persiflage also?

Goulding:  Nein, soweit würde ich nicht gehen. Als besonders clevere, kalkulierte Form von Popmusik. Viele Songs, die zu Klassikern geworden sind, sind trivial. Als ich ein Kind war, hörte ich am liebsten Songs von den Spice Girls und von Boybands. Vieles kann ich bis heute auswendig. Die Lieder, die mir im Leben am meisten Spaß gemacht haben, sind nicht die mit der tiefen Bedeutung. Sondern die ohne Sinn und Verstand. Oberflächlichkeit kann verdammt super sein.

Sie waren Fan der Spice-Girls?

Goulding:  Oh ja. Ich habe die Spice Girls geliebt. Meine Favoritin war immer Posh Spice.

Also Victoria Beckham. Sind Sie befreundet?

Goulding:  Wir kennen uns ein bisschen. Sie hat mir einige ihrer wunderschönen Kleider überlassen, ich finde sie als Designerin unheimlich talentiert und toll. Ich bewundere es auch, wie sie ihre Karriere und ihre Familie miteinander vereinbart. Victoria ist das perfekte Vorbild für mich.

In welcher Hinsicht?

Goulding: Auch ich will eines Tages eine Familie haben. Kinder, eine Beziehung, meinen Beruf. Ich finde es bewundernswert, wie Victoria das alles schafft.

Interview: Thomas Bremser und Steffen Rüth

Charts-Stürmerin
Die Kritiker sagten ihr schon früh eine große Karriere voraus. Ellie Goulding wurde  am 30. Dezember 1986 im britischen Lyonshall geboren und gilt derzeit als eine der erfolgreichsten Sängerinnen Großbritanniens. 2009 erhielt sie bereits einen Brit- Award als vielversprechendste Newcomerin.  Wenig später stand ihr Debüt „Lights“ an der Spitze der britischen Albumcharts. Im vergangenen Jahr machte Goulding mit dem Titelsong „Love me like you do“ für die  Verfilmung von „50 Shades of Grey“ von sich reden. Ihr aktuelles Album „Delirium“ schaffte es in den USA, Großbritannien und Deutschland unter die Top Ten.
Tourdaten:

21. Januar, Hamburg, Barclaycard Arena;

22. Januar, Berlin, Max-Schmeling-Halle;

25. Januar, Frankfurt/ Main, Jahrhunderthalle

LN

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