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Bosse bittet mit neuem Album zum „Engtanz“

Hamburg Bosse bittet mit neuem Album zum „Engtanz“

Der Songwriter überrascht mit satten Sounds, tiefgründigen Texten und einer starken Instrumentierung.

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Axel Bosse (35) bringt sein sechstes Studioalbum heraus.

Hamburg. Mal schwer, mal leicht: Mit seinem sechsten Studioalbum „Engtanz“, das übermorgen auf den Markt kommt, schickt Bosse seine Zuhörer auf die berühmte Gefühlsachterbahn. „Ich wollte so unberechenbar sein, wie es geht“, sagt der 35-jährige Wahl-Hamburger, der für handgemachten Sound steht. 2005 feierte der Musiker mit seinem Album „Kamikazeherz“

sein Debüt. Seinen endgültigen Durchbruch schaffte er 2013 mit dem Song „Schönste Zeit“ von dem Album „Kraniche“. Dafür gab es zum ersten Mal Gold, im selben Jahr gewann Bosse den „Bundesvision Song Contest“ von Stefan Raab.

Mit seinem neuen Album will der smarte Musiker an alte Erfolge anknüpfen. Axel Bosse, wie der Sänger bürgerlich heißt, setzt darin auf Trompeten, Waldhörner, Streicher und den Berliner Kneipenchor.

„Ich wusste am Anfang schon, dass ich mich mit diesem Album verändern will, mehr musikalische Wucht, mehr textliche Tiefe und mehr Kante“, sagt der gebürtige Braunschweiger. Wieder beweist er, dass er zu den besten Beobachtern unter den deutschen Songschreibern zählt. So sind elf Songs über durchzechte Partynächte, verpasste Chancen oder besondere Menschen entstanden. In seinem Song „Hurra“ geht es beispielsweise um eine Person, „die es schafft, deine miese Laune mit einem Schnipsen ins Positive zu drehen“, erzählt Bosse.

Mit seiner aktuellen Single „Steine“, ein ruhiges Stück über die Aufarbeitung der Vergangenheit, ist der Sänger bereits auf Erfolgskurs. Das Video zu seinem Hit hat er am Strand von Heiligendamm und im menschenleeren Grand Hotel gedreht. Bosse, der verheiratet ist und eine Tochter hat, scheint abgelegene Orte zu lieben.

Er fährt regelmäßig nach Umbrien, um dort in Abgeschiedenheit seine Alben fertig zu stellen. Um ungewöhnliche Wege geht es auch in dem Lied „Krumme Symphonie“, einem eindringlichen Song, der zeigt, dass der gerade Weg im Leben nicht immer der spannendste ist. Eine Erfahrung, die Axel Bosse selbst gemacht hat. Denn sein Weg nach oben war steinig.

„Ich bin jahrelang getourt und habe mit meiner Band oft vor wenigen Zuhörern gespielt.“ Wegen seiner Beständigkeit wurde Bosse von einem Journalisten auch die „Weinbergschnecke der deutschen Musiklandschaft“ genannt. Doch sein Durchhaltevermögen hat sich ausgezahlt. Mittlerweile tourt Bosse durchs ganze Land, seine Konzerte sind regelmäßig ausverkauft.

Mit der erfolglosen Vergangenheit im Hinterkopf sei es doppelt so schön, „wenn die Leute plötzlich deine Platten kaufen“. Seine Demut ist auch den Songs anzumerken. Ehrlich und offen besingt Bosse die Verbindungen zu anderen und zu sich selbst. Feinsinnige Psychogramme seiner Generation, Beobachtungen und Momentaufnahmen finden sich in den Liedern wieder.

Der Albumtitel, der nichts mit dem physischen Tanz zu tun hat, wirbt für den Engtanz mit dem Leben. In dem Song „Immer so lieben“, in dem es um eben diesen Engtanz geht, präsentiert Bosse eine rockige Liebeserklärung an einen verschwundenen Menschen.

dpa/mwe

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