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Kultur im Norden Brahms vierte Sinfonie mit großer Lautstärke
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18:13 25.04.2016

Das erste Konzert des 25. Brahms-Festivals am Sonnabend im Großen Saal der Musikhochschule begann mit einer Enttäuschung. Hochschul-Präsident Rico Gubler musste in seiner Begrüßung mitteilen, dass die Sopranistin Manuela Uhl erkrankt war. Sie sollte Rezitativ und Arie der Leonore aus Beethovens „Fidelio“ singen — der Programmpunkt entfiel ersatzlos.

Es blieb in Sachen Beethoven also bei der großen Leonoren-Ouvertüre, die das Hochschulorchester unter Leitung von Christoph Adt mit großem Pathos und gewaltiger Klangwirkung aufführte.

Ruhiger ging es dann beim zweiten Werk des Abends zu. Richard Strauss‘ 1945 entstandene „Metamorphosen“ sind ein Werk für 23 Solostreicher, eine Kette von Variationen unendlich trauriger Themen. Ein Lamento letzten Endes, ein Abgesang auf die eigene Kunst des Komponisten und ein Abgesang auf eine Epoche. Die 23 Solisten des Hochschulorchesters boten eine überzeugende Streicherkultur, der Klang des Ensembles wirkte wie aus einem Guss. Vom Dirigenten Christoph Adt hätte man sich jedoch ein wenig mehr gestalterische Fantasie gewünscht. Man kann zum Beispiel in den „Metamorphosen“ die Beethoven-Bezüge noch deutlicher herausarbeiten, aber das sind letztlich Geschmacksfragen. Was im Ohr blieb, war der wunderbare Klang der Streicher.

Nach der Pause kam dann Johannes Brahms zu seinem Recht, es erklang die vierte und letzte Sinfonie des Komponisten. Ein seltsames Werk ist diese Sinfonie, nicht nur durch die barocke Form der Passacaglia im vierten Satz. Christoph Adts Interpretation machte den Zugang zu dieser Komposition noch schwieriger. Das begann mit den Tempi im ersten Satz. Das Hauptthema, absteigende Terzen und aufsteigende Sexten, ließ Adt bemerkenswert langsam spielen — umso schneller ging es dann im weiteren Verlauf der Sinfonie zur Sache. Oftmals waren einzelne Instrumentengruppen kaum noch zu hören, weil zum Beispiel die Blechbläser viel zu laut spielten. Die dynamische Gestaltung war ebenso undurchsichtig wie die der Tempi, warum schon die Grundlautstärke so erheblich sein musste, wurde nicht klar.

Die 30 Variationen des letzten Satzes, die so wunderbar zum Motto „Verwandlungen“ des Brahms- Festivals passen, waren nicht immer gut durchzuhören. Und ein Musikprofessor kommentierte die Aufführung folgendermaßen: „Es gibt keinen Grund, diese Sinfonie so zu dirigieren.“ Fel

LN

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