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Kultur im Norden Buch der verlorenen Texte
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18:12 02.01.2018

Lord Byron (1788-1824) etwa, dem großen englischen Romantiker und Skandalautor, ging es ähnlich. Eine ehrpusselige und fromme Verwandtschaft, die in seiner Autobiografie schlimmste Enthüllungen befürchtete, ließ sie nach seinem frühen Tod vernichten.

Bedauerlich ist auch der Verlust eines Mammutwerks von Malcolm Lowry (1909-1957), der durch den Roman „Unter dem Vulkan“ bekannt geworden war. Viele Jahre soll er an „In Ballast to the White Sea“

geschrieben haben, ein angeblich tausend Seiten starkes Werk. Aber das einzige Exemplar verbrannte 1944 bei einem Feuer in seiner Hütte in British Columbia. Erhalten geblieben sind nur wenige angekokelte Papierschnitzel, die wie Reliquien in der British Columbia University verwahrt werden. Da es bereits die zweite Version seines Romans war, verließ Lowry für einen weiteren Anlauf der Mut.

Einige Geschichten haben einen geradezu kriminalistischen Touch. So hat die Suche nach einem verschollenen Roman des polnisch-jüdischen Schriftstellers Bruno Schulz (1892-1942) sogar russische Geheimdienstler und ausländische Diplomaten auf Trab gehalten. Schulz wurde 1942 im Getto seiner Heimatstadt erschossen. Sein Roman „Der Messias“ war da fast fertig, doch die Spur verlor sich in den Kriegswirren. Jahrzehnte später starb ein schwedischer Diplomat unter mysteriösen Umständen bei dem Versuch, das angeblich wiederaufgetauchte Manuskript „freizukaufen“.

„Das Buch der verlorenen Bücher“ von Giorgio van Straten, Insel Verlag, 167 Seiten, 16 Euro

LN

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