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Buchhandel zeichnet Margaret Atwood aus

Buchhandel zeichnet Margaret Atwood aus

Frankfurt/Main. Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood gilt als eine der bedeutendsten Erzählerinnen. In ihren Romanen und Essays beschreibt sie gefährliche gesellschaftliche Entwicklungen. Dafür erhält die 77-Jährige den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

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Die designierte Preisträgerin Margaret Atwood.

Quelle: Foto: Jean Malek

Margaret Atwood gilt als eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Ihre mehr als 40 Werke, darunter Romane, Essays, Kurzgeschichten und Lyrik, sind in mehr als 30 Sprachen erschienen. Sie zeichnet die menschliche Gesellschaft oft in düsteren Farben und gilt daher als „Meisterin der Dystopie“. Atwood zeige politisches Gespür und eine Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen in der Gesellschaft, heißt es in der Begründung der Jury. Am 15. Oktober erhält sie den mit 25000 Euro dotierten Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Eines ihrer bekanntesten Bücher ist der 1985 erschiene Bestseller „Der Report der Magd“, den sie 1984 in Westberlin geschrieben hat. Er spielt in der nahen Zukunft, in der eine totalitäre religiöse Männer-Gruppierung die Macht in den USA übernommen hat. In dem Überwachungsstaat werden Frauen unterdrückt und als Gebärmaschinen benutzt. Kurz nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten stieg der mehr als 30 Jahre alte Roman erneut in die Bestsellerlisten. Das Buch wurde vor kurzem als Internet-TV-Serie verfilmt; sie ist seit April in den USA zu sehen. Im September wurde die Literaturverfilmung gleich mit fünf Emmys, dem wichtigsten Fernsehpreis, ausgezeichnet.

Auch ihr neuester Roman „Das Herz kommt zuletzt“ beschäftigt sich mit post-demokratischen Strukturen und der menschlichen Sehnsucht nach einer heilen Welt. Trotz aller Weltuntergangsszenarien sei sie eine Optimistin geblieben, sagt Atwood.

Ein weiteres Werk dagegen bleibt noch fast 100 Jahre unter Verschluss: Das Manuskript ihres Romans „Scribbler Moon“, hat sie dem norwegischen Future Library Project übergeben. Es wird erst im Jahr 2114 veröffentlicht.

LN

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