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Bühne aus Backstein

Worpswede Bühne aus Backstein

Ein Theaterstück erzählt die wechselvolle Geschichte des „Niedersachsensteins“.

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Tänzerin Citlali Huezo Sanchez (r.) und Schauspieler Mateng Pollkläsener von der „Cosmos Factory“ am „Niedersachsenstein“.

Quelle: dpa

Worpswede. „Ein Gräuel!“, klagten die Einen. „Eine Wucht!“, schwärmten andere. Der monumentale „Niedersachsenstein“ des expressionistischen Künstlers Bernhard Hoetger (1874-1949) polarisierte die Worpsweder schon bei der Einweihung 1922. Die Entstehungsgeschichte der einzigen expressionistischen Großplastik Deutschlands ist bühnenreif. Am Donnerstag feiert das Stück „Niedersachsenstein — Inszenierung eines Monuments“ Premiere.

„Der Niedersachsenstein ist kein übliches Kriegerdenkmal, sondern ein Kunstwerk“, sagt Oliver Peuker von der Theatergruppe „Cosmos Factory“. Seine einstündige Inszenierung basiert auf Originalmaterialien und spannt den Bogen von Hoetgers Faible für Mythologie bis hin zur Nutzung des Ortes als Flüchtlingsunterkunft. „Es ist ein Gesamtkunstwerk aus Schauspiel, Tanz, Musik und bildender Kunst. Der Niedersachsenstein ist Bühnenbild, Mittelpunkt und Hauptdarsteller“, sagt Peuker.

Ursprünglich sollte auf dem Weyerberg ein Bismarckdenkmal entstehen, in der Kriegseuphorie 1914 wurde ein „Siegesmal“ favorisiert. Nach dem verlorenen Krieg wurde daraus ein Gefallenen-Denkmal. Nach dem Krieg diente das Monument einer zehnköpfigen Familie aus Ostpreußen als Unterkunft. Sie lebte in zwei winzigen Räumen unter der Aussichtsplattform.

Trotzdem verbindet der damalige Teenager Kurt Schmidt glückliche Erinnerungen mit dem Domizil: „Wir hatten wirklich ein tolles Leben da. Wir sind auch mal auf dem Niedersachsenstein rumgekraxelt“, berichtet er heute.

Vorstellungen bis 22. August täglich, Beginn 21 Uhr, Eintritt frei.

LN

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