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Kultur im Norden Bühnen brauchen mehr Geld
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18:12 02.06.2016

Der Deutsche Bühnenverein fordert angesichts der stabilen Konjunktur eine ausreichende öffentliche Finanzierung für Theater und ihre Beschäftigten.

Wegen Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand sei die Zahl der Theatermitarbeiter in den vergangenen 20 Jahren um etwa 6000 auf 39 000 gesunken, sagte der Geschäftsführende Direktor Rolf Bolwin gestern, einen Tag vor Beginn der Mitgliederversammlung des Vereins in Kaiserslautern.

Die Bühnen kämen heute vielerorts mit deutlich weniger Geld aus, vor allem wegen geänderter Tarifverträge und gekürzter Vergütungen. Bei Beschäftigten und Gewerkschaften werde die Lage kritisch diskutiert, die Rede sei von einer drohenden Überstrapazierung.

Es würden erheblich mehr Mitarbeiter nur für eine Produktion oder einen Abend engagiert, weil das billiger sei, sagte Bolwin. Vor ungefähr 20 Jahren seien es an öffentlich getragenen Theatern 8000 Verträge im Jahr für „unständig Beschäftigte“ gewesen. „Heute sind es rund 25000.“ Es sei ein Punkt erreicht, an dem sich Theater fragten, warum sie immer noch diejenigen seien, die besonders sparen sollen. „Wir haben unseren Beitrag geleistet.“

Zudem sei die wirtschaftliche Lage in Deutschland relativ stabil. „An dieser Stabilität müssen die Theater und ihre Mitarbeiter stärker partizipieren“, forderte er. Die Mitarbeiter litten unter einer starken Verdichtung der Arbeit: „Das heißt also: mehr arbeiten, aber nicht mehr, sondern eher weniger verdienen.“ Bolwin appellierte an Bund und Länder, Kommunen ausreichend mit Steuermitteln auszustatten. Das kulturelle Angebot gehöre zur Lebensqualität einer Stadt und mache Kommunen für potenzielle Zuzügler interessant.

In Deutschland gibt es etwa 140 öffentlich getragene Theaterunternehmen. Dazu zählen Stadttheater, Staatstheater und Landesbühnen. Hinzu kommen zahlreiche Privattheater und Orchester.

LN

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