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Kultur im Norden Bühnen stehen vor der Insolvenz
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20:32 29.10.2013
Bedrohtes Haus: Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin ist eine der gefährdeten Bühnen des Landes. Quelle: dpa
Schwerin

Ausstehende Reformen und unklare Finanzzuweisungen vom Land bringen immer mehr Theater in Mecklenburg-Vorpommern in Existenznot. Wie das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin sieht sich auch die Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz einer dramatischen Finanzsituation gegenüber. „Es besteht akut Insolvenzgefahr“, sagte der Neustrelitzer Theaterdirektor Wilhelm Denne in einer Anhörung vor dem Kulturausschuss des Landtages.

Auch Vertreter anderer Theater kritisierten das Finanzgebaren des Landes, das keine solide Haushaltsplanung und damit keine langfristige Programmgestaltung ermögliche. Doch riefen sie die Schweriner Landesregierung gleichzeitig auf, nach den jahrelangen Debatten um neue Strukturen endlich Entscheidungen zu treffen und die Zuschüsse regelmäßig zu erhöhen. „Seit Jahren antworten wir auf die Fragen aus Schwerin, ohne dass Entscheidungen getroffen werden, die Veränderungen bringen“, beklagte Denne.

Kritik gab es an der neuen Mittelverteilung. Weil das Land seine Finanzzuweisungen von 35,8 Millionen Euro im Jahr nicht mehr vollständig im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs gewähren wolle, drohe dem Theater in Rostock eine Reduzierung der Landesmittel um 500 000 Euro. „Wir wüssten nicht wie wir diesen Fehlbetrag ausgleichen sollten“, sagte Stefan Rosinski vom Volkstheater Rostock.

Rostock hatte sich gegen Fusionspläne mit dem Schweriner Theater ausgesprochen, die Stadt liegt seither mit Kulturminister Matthias Brodkorb (SPD) im Streit. Der Kaufmännische Geschäftsführer Rosinski kritisierte die gegenseitigen öffentlichen Schuldzuweisungen und forderte direkte Gespräche. Er machte jedoch deutlich, dass sein Haus auch künftig eigenständig bleiben wolle.

Auch der Bund der Steuerzahler mischte sich in die Diskussion ein. Sein Vertreter Rainer Kersten sagte: „Auf freiwilliger Basis lassen sich die Eigeninteressen nicht überwinden. Das Land muss sagen, was es will.“ Aus seiner Sicht kann sich Mecklenburg-Vorpommern zwei Landestheater leisten, die jeweils mehrere Bühnen bespielen und so ein flächendeckendes Angebot sichern sollten. Die Landeszuschüsse müssten zurückgefahren werden.

LN

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