Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden Bürgerbühne, die dritte
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Bürgerbühne, die dritte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:42 27.09.2018
Bühne frei: Theaterdirektor Christian Schwandt (l.), Kultursenatorin Kathrin Weiher und Bürgerbühnenleiter Knut Winkmann. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Die Bürgerbühne des Theaters Lübeck geht in ihre neue Saison, die dritte mittlerweile. Drei Projekte stehen auf dem Programm, und wieder kann jeder mitmachen. Man braucht kein Zeugnis dafür und keine Bühnenerfahrung. Man braucht nur und vor allem Interesse an Geschichten und an der Sache. In den ersten beiden Spielzeiten hätten sich etwa 300 Bürger beteiligt, sagte Bürgerbühnen- und Theaterpädagogikleiter Knut Winkmann bei der Vorstellung des Programms. Und zwar jeden Alters und verschiedener Nationalität.

„Die Grenze in mir“ heißt das erste Stück. Geleitet wird es von Frieda Stahmer und hat Trennendes zum Thema – aber eben auch Beschützendes. Grenze leite sich her vom altslawischen „grani“, was Ecke bedeute, sagte Winkmann. Aber es werde auch oft in Verbindung gebracht mit dem germanischen „Granne“, was für Borste oder Stachel stehe. Grenzen gäben zudem Orientierung, sie könnten Leitplanken sein. Drinnen, draußen, ihr, wir – Grenze sei eben ein vielschichtiger Begriff, und dem wolle man in dem Projekt auf den Grund gehen.

Lübeck next“ ist der Titel des zweiten Stücks. Geleitet wird es von Winkmann selbst und fragt nach der Zukunft Lübecks. Wie soll es aussehen in der Stadt? Welche Visionen gibt es? Was treibt die mehr als 200 000 Menschen um, die hier leben? Was ist draußen in den Stadtteilen wichtig und notwendig? Man wolle der Verwaltung zwar keine Konkurrenz machen, aber ein mobiles Bürgerbüro sei durchaus vorstellbar, sagte Winkmann. Und warum sollte am Ende nicht der Markt voll stehen mit Tischen, an denen in Zweierbesetzung heftig diskutiert wird? Es gehe um Austausch bei der Bürgerbühne, darum vor allem.

Für die Projekte gibt es einen Rahmen, erarbeitet aber werden sie mit und von den Beteiligten. Sie starten jetzt im Oktober und haben im Juni kommenden Jahres Premiere. Dann, vom 26. bis 30. Juni, findet auch „Crossing Border“ statt, ein Theater-Festival in Zusammenarbeit mit der Kulturakademie der Vorwerker Diakonie. Es soll Workshops und Diskussionen geben, Arbeitslabore und mit einer Inszenierung vom Kilden Performing Arts Centre aus dem norwegischen Kristiansand internationale Beteiligung.

„Es ist auch eine politische Arbeit, die von der Bürgerbühne geleistet wird“, sagte Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos). Und die sei mit dem Thema Grenze hochaktuell. In der Offenheit für jedermann liege ein ganz wichtiges Moment.

Das erste Bürgerbühnenprojekt in Deutschland wurde in Dresden gestartet. Es sei „eine wirkliche Neuerung“ gewesen und werde jetzt zehn Jahre alt, sagte Theaterdirektor Christian Schwandt. Es sei wichtig, auch Menschen zu erreichen, die sonst nicht viel mit dem Theater zu tun hätten. In Lübeck sei man da auf einem guten Weg. Man werde in diesem Jahr „sicher“ erneut gegenüber dem Vorjahr zulegen und die Grenze von 180 000 Besuchern durchbrechen.

Info Interessierte können sich unter Telefon 0451 – 7088 209 melden oder per Mail an: k.winkmann@theaterluebeck.de

Peter Intelmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Michel Bouvard (60) aus dem französischen Toulouse ist Jurymitglied beim Buxtehude-Orgelwettbewerb in Lübeck. Er ist begeistert von den historischen Instrumenten in der Hansestadt und lobt den Wettbewerb als Ort der Begegnung.

26.09.2018
Kultur im Norden Wettbewerbsfestival WESPE in Lübeck - Reise zur Musik der Zukunft

Ein achtköpfiges Ensemble aus der Region Lübeck freut sich über einen Sonderpreis beim Wettbewerbsfestival WESPE 2018. Der von „Jugend musiziert“ ausgelobte Wettbewerb wurde an der Musikhochschule Lübeck ausgetragen und will junge Musiker dazu ermuntern, sich mit zeitgenössischer Musik zu befassen.

25.09.2018

An den Kammerspielen in Hamburg hatte „Heiß auf 2. Liga“ Premiere. Ein Stück über Fußball, dunkle Machenschaften und den seltsamen Umstand, dass der Hamburger SV überall ist. Es nimmt mit reichlich Tempo auf die Schippe, was im Fußball schiefläuft, nicht nur an der Elbe.

25.09.2018