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Cannes: Viel Glanz und Glorie zum 70. Geburtstag des Festivals

Cannes Cannes: Viel Glanz und Glorie zum 70. Geburtstag des Festivals

Anlauf zum Hattrick: Regisseur Michael Haneke könnte in Cannes zum dritten Mal die Goldene Palme gewinnen. 

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Regisseur Michael Haneke (m.) und die beiden Schauspieler Jean-Louis Trintignant (r.) und Fantine Harduin (l.) während der Dreharbeiten zu Hanekes neuem Film „Happy End“.

Quelle: Foto: Dpa

Cannes. Für alle, die auch ein Filmfestival als Wettstreit der Nationen, eine Art „Eurovision Cinema Contest“ ansehen, die gute Nachricht zuerst: Sowohl im Wettbewerb um die Goldene Palme als auch in der prestigeträchtigen Nebenreihe „Un Certain Regard“ sind in Cannes dieses Jahr deutsche Regisseure vertreten. Bereits zum zweiten Mal konkurriert Fatih Akin mit, der hier 2007 mit seinem Film „Auf der anderen Seite“ fürs Drehbuch ausgezeichnet wurde und nun den mit Ulrich Tukur und Diane Krüger besetzten „Aus dem Nichts“ ins Rennen schickt. Für die in Bremen geborene Valeska Grisebach ist es dagegen das erste Mal an der Croisette. Ihr Film „Sehnsucht“ machte 2006 im Wettbewerb von Berlin von sich reden. Mit „Western“, ihrer erst dritten Regiearbeit, tritt sie im „Certain Regard“ an.

Als Festivalleiter Thierry Frémaux im April das Programm vorstellte, machte schnell das Wort vom vielversprechendsten Jahrgang seit langem die Runde. Und das, obwohl mit Ausnahme des Österreichers Michael Haneke kein einziger vormaliger Goldpalmengewinner im Wettbewerb vertreten ist. Haneke, der seinen neuen Film „Happy End“ vorstellen wird, könnte einen „Hattrick“ landen und als erster Regisseur zum dritten Mal mit dem höchsten Preis des Festivals ausgezeichnet werden.

Als der am heißesten erwartete Film gilt Sofia Coppolas Neuinterpretation des Südstaaten- und Bürgerkriegsromans „The Beguiled“, den Don Siegel 1971 schon einmal mit Clint Eastwood verfilmt hat. Mit Colin Farrell, Nicole Kidman, Elle Fanning und Kirsten Dunst hat Coppola eine hervorragende Besetzung zusammengestellt, die schon jetzt für Oscar-Nominierungen gehandelt wird.

Für die erste scharfe Kontroverse in diesem Jahr sorgten „Okja“, die neue Produktion des „Snowpiercer“-Regisseurs Bong Joon-ho, und Noah Baumbachs „The Meyerowitz Stories“, in dem Ben Stiller, Adam Sandler, Emma Thompson und Dustin Hoffman mitspielen. Beide Filme sind vom Streaminganbieter Netflix produziert, der im Unterschied zu Amazon seine Filme in der Regel nur als „Video on Demand“ und nicht im Kino anbietet. Künftig will das Festival deshalb die Produzenten verpflichten, ihre Filme zunächst auf der großen Leinwand laufen zu lassen.

Mut zur Öffnung für neue Formate stellt Cannes auch mit zwei TV-Serien-Premieren unter Beweis. Sowohl David Lynchs Fortsetzung der „Twin Peaks“-Saga als auch Jane Campions zweite Staffel von „Top of The Lake“ werden im Festivalrahmen gezeigt.

Die Vorfreude ist einzig getrübt davon, dass in diesem Jahr die großen Hollywoodstudios durch Abwesenheit glänzen. Nach Cannes aber kommen die Stars auch ohne Blockbuster: Nicole Kidman, Tilda Swinton, Michelle Williams, Isabelle Huppert und Marion Cotillard werden fest erwartet!

Zum Jubiläum eine Diamantenpalme

Die Goldene Palme , die in Cannes an den besten Film vergeben wird, besteht aus 118 Gramm reinem Gold. In diesem Jahr wird die Trophäe mit 167 Diamanten verziert. Erstmals wurde sie 1955 vergeben. Heute berichten mehr als 4000 Journalisten aus 90 Ländern über das Festival, das am 20. September 1946 in Cannes startete. 1948 und 1950 fiel es wegen Finanzierungsschwierigkeiten aus.

 Barbara Schweizerhof

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