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21:21 19.02.2016
Harper Lee 2007, als sie vom US- Präsidenten George W. Bush die Freiheitsmedaille erhielt. Quelle: AFP
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New York

Die Schriftstellerin Harper Lee, die mit „Wer die Nachtigall stört“ Weltruhm erlangte, ist mit 89 Jahren gestorben. Das bestätigte die Stadtverwaltung von Monroeville, Lees Heimatstadt in Alabama, gestern. Ihr 1960 veröffentlichter Roman „Wer die Nachtigall stört“ verkaufte sich rund 40 Millionen Mal und wurde mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet.

Bis heute ist das halbbiografische Buch über die Rassenprobleme im Amerika der 1930er Jahre in vielen Schulen Standardlektüre und gehört zu den meistgelesenen Büchern aller Zeiten. Mit Hollywoodstar Gregory Peck in der Hauptrolle wurde das Werk auch verfilmt und gewann drei Oscars.

Nach diesem Welterfolg hatte sich die 1926 als jüngste von vier Kindern eines Anwaltes und seiner gemütskranken Frau geborene Lee in ihr Heimatstädtchen Monroeville zurückgezogen und jahrzehntelang jedes Interview und weitere Bücher verweigert. Erst im vergangenen Jahr erschien mit „Gehe hin, stelle einen Wächter“ ein zweiter Roman. Das Werk war aber nicht neu geschrieben, sondern ein wiederentdecktes erstes Manuskript für „Wer die Nachtigall stört“. Trotzdem wurde es zur literarischen Sensation, verkaufte sich millionenfach — und schockte viele Fans, denn die Hauptfigur des Rechtsanwalts Atticus war auf einmal ein Rassist.

Bereits als Kind war Harper Lee dem Schreiben zugeneigt, schon in der frühen Kindheit hatte sie den 19 Monate älteren Truman Capote kennengelernt, mit dem sie in den Jahren 1930 bis 1932 die Sommerferien in Monroeville verbrachte. Dennoch entschied sich Lee für ein Studium der Rechtswissenschaften, das sie jedoch des Schreibens zuliebe abbrach. Von Ende der 1950er Jahre an assistierte Harper Lee ihrem Kindheitsfreund Truman Capote bei den Recherchen für dessen Roman „Kaltblütig“. 1960 schaffte sie den literarischen Durchbruch.

LN

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