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DER MODERNE MANN

DER MODERNE MANN

Advent, Advent.

Da passt wieder etwas nicht zusammen, nicht wahr. Einerseits ist der dritte Advent, und wenn man es mit der Tradition halten möchte, dann ist das eine friedliche, ruhige Zeit der Besinnung. Auch wenn das Wort Besinnung längst keiner mehr hören kann, weil es so inflationär und unweigerlich auf Grußkarten vorkommt. Aber egal, Ruhe und Frieden, das sagt die Tradition. Andererseits geht die Welt noch mehr aus den Fugen als ohnehin schon. Weihnachtlich wird einem bei der aktuellen Nachrichtenlage wirklich nicht so leicht. Unruhe und Aufruhr, das sagen die Meldungen aus aller Welt, vielleicht sogar die aus der eigenen Gegend. Da steht man also in der auch vom Wetter her nicht eben weihnachtlich anmutenden Landschaft herum und ist womöglich etwas ratlos, was da nun zu tun ist. Die Vorhänge schließen, die Musik lauter drehen, auf Marzipankartoffeln herumkauen und die Welt entschlossen ignorieren? Doch, das wäre verständlich. Oder sich doch der Sorge ergeben, Weihnachten fahren lassen, am Zustand des Planeten verzweifeln? Auch das wäre nachvollziehbar.

Ich habe aber noch einen anderen Vorschlag — und ich bin sogar gerade mit gutem Beispiel vorangegangen, sonst würde ich so einen Text ja nicht schreiben. Denn wenn man schon an der allgemeinen Weltlage nichts ändern kann, so kann man doch im kleinen Rahmen tätig sein, man kann die eigene Lage aktiv gestalten. Ich zum Beispiel habe gerade eine Stunde lang das Kinderzimmer meiner Söhne auf den Kopf gestellt, nur um eine Schachtel Streichhölzer wiederzufinden, die sie mir entwendet und dort versteckt hatten. Und glauben Sie mir, die Welt ist jetzt wieder ein ganzes Stück sicherer und entspannter geworden. Also zumindest in dieser Wohnung. Und irgendwo muss man eben anfangen. Immer wieder.

LN

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