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Kultur im Norden DER MODERNE MANN
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18:12 28.05.2016

Ich bin morgens durch das Fluggeräusch von Drohnen geweckt worden, eine irre Premiere. Das passierte in einem Dorf, in dem eine Meisterschaft im Drohnenfliegen stattfand. Wo sonst Kühe grasen, waren Zelte und Wohnmobile und viele Menschen, die science-fiction-mäßige Riesenbrillen trugen. Auf denen konnten sie sehen, was die Kameras in den Drohnen während des Fluges aufnahmen. Die Menschen saßen still, nur die Finger an der Fernsteuerung zuckten, aber sie sahen die Flugmanöver, als würden sie selbst vogelgleich fliegen und herumsausen. Ein Sport also, bei dem man sich kaum bewegen muss, das kennt man sonst nur vom Bobfahren. Beim Drohnenfliegen kann man sich allerdings viel seriöser anziehen und begibt sich auch nicht in Lebensgefahr, das ist also klar vorzuziehen. Die Kühe standen derweil am Rand der Weide und starrten komplett entgeistert die Veranstaltung an, die da auf ihrem Essen stattfand.

Weil die Drohnenpiloten ihren Sport lieben, fingen sie am frühen Morgen damit an. Deswegen also sausten die Dinger um das Haus, in dem ich schlief, deswegen wachte ich davon auf. Von einem hornissenhaften Sirren, denn es klingt ein wenig wütend, wenn eine Drohne enge Kurven fliegt. Die Vögel in den Bäumen ringsum fanden das überhaupt nicht witzig, sie schimpften lauthals auf die kleinen Flugmaschinen in ihrem Garten. Und das Sirren und das Zwitschern hörte sich zusammen an, als würden sich Drohnen und Vögel da draußen lauthals anpöbeln, wem denn nun dieser Luftraum gehört.

Über Drohnen und ihre Anwendung wird zurzeit viel diskutiert, die Meinungsbildung ist gar nicht einfach. Ich stelle erst einmal nur fest: Aus der Perspektive von Kühen, Gartenvögeln und Menschen, die gerne noch etwas schlafen wollen, sind sie nicht unproblematisch.

LN

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