Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden DER MODERNE MANN
Nachrichten Kultur Kultur im Norden DER MODERNE MANN
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:19 11.06.2016

Die Söhne können allmählich beide rechnen und fangen an, sich mehr und mehr für Preise und Geld zu interessieren. Wenn ihnen etwa jemand einen Euro schenkt – was bekommen sie dann in welchem Laden dafür, warum nur das und warum genau so viel davon?

Über Preismechanismen denkt man natürlich im Alltag gar nicht dauernd nach, man denkt nur ab und zu im Supermarkt: „Ach guck, das ist aber teuer.“ Oder aber billig, versteht sich. Wenn man nun verstehen will, warum ein Preis so ist, wie er ist, muss man bei Angebot und Nachfrage anfangen. Das kann man auch Sechs- oder Achtjährigen schon erklären, das verstehen sie, so schwer ist das gar nicht.

Einer hat was, einer will was, die müssen sich einigen und klären, wie dringend der Wunsch und wie knapp das Gut ist, es ist eigentlich simpel. Deswegen haben die Söhne recht schnell verstanden, dass ein Ferrari ziemlich teuer, eine Zahnbürste aber eher billig ist. Und dann muss man noch über Arbeitsstunden pro Stück und Material und über Löhne reden, das gehört auch zum Thema Preis.

Da passen die Zahnbürste und der Ferrari auch wieder gut, das klappt argumentativ alles. Danach sind die Kinder schon fast reif fürs BWL-Studium, es ist manchmal wirklich erstaunlich, welche Neugier, welche Auffassungsgabe und welch blitzschnelles Verständnis man gerade bei Grundschülern findet. Der kleinere Sohn hat dann aber noch eine irritierende Erkenntnis gehabt: „Wenn immer das am billigsten ist, wovon es ein riesiges Angebot gibt – muss Geld dann nicht völlig wertlos sein? Davon gibt es doch so wahnsinnig viel, und es ist auch ganz leicht herzustellen?“

Sie können ja mal Ihre betriebswirtschaftliche Allgemeinbildung etwas bemühen und überlegen, warum das Kind nicht richtig liegt. Viel Spaß beim Denken!

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Intendant des Rostocker Volkstheaters feierte seine letzte Premiere in der Hochschule für Musik und Theater.

11.06.2016

Das Zahnweh Das Zahnweh, subjektiv genommen, ist ohne Zweifel unwillkommen; doch hat’s die gute Eigenschaft, dass sich dabei die Lebenskraft, die man ...

11.06.2016

. Für die nächsten rund 100 Tage ist Zürich ein Zentrum der zeitgenössischen Kunst. Gestern begann dort die Manifesta 11.

11.06.2016
Anzeige