Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
DER MODERNE MANN

DER MODERNE MANN

Angebot und Nachfrage.

Die Söhne können allmählich beide rechnen und fangen an, sich mehr und mehr für Preise und Geld zu interessieren. Wenn ihnen etwa jemand einen Euro schenkt – was bekommen sie dann in welchem Laden dafür, warum nur das und warum genau so viel davon?

Über Preismechanismen denkt man natürlich im Alltag gar nicht dauernd nach, man denkt nur ab und zu im Supermarkt: „Ach guck, das ist aber teuer.“ Oder aber billig, versteht sich. Wenn man nun verstehen will, warum ein Preis so ist, wie er ist, muss man bei Angebot und Nachfrage anfangen. Das kann man auch Sechs- oder Achtjährigen schon erklären, das verstehen sie, so schwer ist das gar nicht.

Einer hat was, einer will was, die müssen sich einigen und klären, wie dringend der Wunsch und wie knapp das Gut ist, es ist eigentlich simpel. Deswegen haben die Söhne recht schnell verstanden, dass ein Ferrari ziemlich teuer, eine Zahnbürste aber eher billig ist. Und dann muss man noch über Arbeitsstunden pro Stück und Material und über Löhne reden, das gehört auch zum Thema Preis.

Da passen die Zahnbürste und der Ferrari auch wieder gut, das klappt argumentativ alles. Danach sind die Kinder schon fast reif fürs BWL-Studium, es ist manchmal wirklich erstaunlich, welche Neugier, welche Auffassungsgabe und welch blitzschnelles Verständnis man gerade bei Grundschülern findet. Der kleinere Sohn hat dann aber noch eine irritierende Erkenntnis gehabt: „Wenn immer das am billigsten ist, wovon es ein riesiges Angebot gibt – muss Geld dann nicht völlig wertlos sein? Davon gibt es doch so wahnsinnig viel, und es ist auch ganz leicht herzustellen?“

Sie können ja mal Ihre betriebswirtschaftliche Allgemeinbildung etwas bemühen und überlegen, warum das Kind nicht richtig liegt. Viel Spaß beim Denken!

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden