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DER MODERNE MANN

DER MODERNE MANN

Über Enten und Elefanten.

Man kann Sprachen auch mit dem Smartphone lernen. Es gibt viele Apps dafür, nett gemachte, kostenlose sogar. Man kann einfach anfangen, Grundvokabeln, erste Sätze, etwas Grammatik, es geht viel schneller und ist lustiger als damals in der Schule. Man kann die Geschwindigkeit selbst bestimmen, man kann jederzeit aufhören, wenn man keine Lust hat, man kann auch Stunden mit Vokabeln verbringen und so gierig lernen, wie man möchte. Und warum auch nicht, es macht einen nicht dümmer, im Gegenteil.

Ich belebe gerade mein in Ruinen liegendes Schulfranzösisch wieder. Ich lerne auch etwas Italienisch, das werde ich im Urlaub gebrauchen können. Der ist aber schon bald, viel werde ich also nicht schaffen. Für den gepflegten Smalltalk über die Lage der EU wird es sicher nicht reichen. Nein, ich werde schon froh sein, wenn ich irgendwo in halbwegs richtiger Situation ein paar Beispielsätze aus den Lehrgängen wiederholen kann. Und schon das wird nicht einfach. Das liegt aber nicht an der Didaktik der Kurse, die sind super, die klappen gut, ich kann das empfehlen. Aber in diesen Apps sind die Beispielsätze so beschaffen, dass man sich doch etwas anstrengen muss, um eine passende Situation für sie zu finden. Denn ich kann jetzt zwar fließend wie ein Muttersprachler auf Italienisch „Deine Ente ist perfekt“ sagen – aber wo passt das hin? Vielleicht auf einen Ferienbauernhof, auf dem man ein vertrauliches Verhältnis mit dem Bauern pflegt und seine Geflügelställe besichtigt? Da fällt mir ein, diese Situation könnte ich mit etwas Glück sogar hinbekommen, auch wenn es noch so absurd klingt. Da wird der Bauer aber staunen!

Aber über die Anwendbarkeit von Sätzen wie „Meine Elefanten haben Durst“ muss ich doch noch etwas länger nachdenken.

LN

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