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Kultur im Norden DER MODERNE MANN
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22:18 20.02.2016

Wir haben ein neues Bett, in dem schlafe ich viel besser und entspannter als in dem vorherigen, obwohl es auch nur ein normales Doppelbett ohne Spezialeffekt ist. Das finde ich beunruhigend. Sehr beunruhigend sogar. Wir haben dieses neue Bett nämlich nicht, weil mit dem alten etwas nicht stimmte. Ich war zufrieden damit, es gab keine Klagen. Es war eben irgendein Bett, ich habe mir nie viele Gedanken über mein Bett gemacht, ich war eher anspruchslos. Wir haben das neue Bett nur, weil wir umdekoriert haben und das alte nicht mehr gut aussah. Das war also ein reiner Zufallstreffer, das mit dem besseren Schlafen. Ich habe nicht einmal gewusst, dass ich besser schlafen kann, ich habe mein schlechtes Schlafen nicht als verbesserungsfähig erkannt. Ich dachte, das sei normal. Jetzt werde ich den Gedanken nicht mehr los - was könnte noch alles besser in meinem Leben sein, wenn ich etwas ändern würde, was mich bis jetzt gar nicht stört? Einfach mal was versuchen, irgendwas ändern?

Wieviel Potential ist da noch, an Stellen, wo man mit normalen Gedanken im Alltag nicht hinkommt? Man kommt ja nie dazu, sich um das zu kümmern, was man jahrelang einfach so hinnimmt. Ein wahrer Abgrund, vor dem man da gedanklich steht, das ist doch von geradezu philosophischem Interesse, da wird man glatt zum Denker. Geht nicht fast alles auch anders? Vielleicht sogar besser? Wenn man da länger drüber nachdenkt! Dann kommt man auf tausend Ideen, man hinterfragt alles, man sieht plötzlich überall Optionen. Die Gedanken rattern nur so, und dann kann man übrigens nicht mehr schlafen.

Aber wenn ich nicht mehr schlafen kann, dann hätte ich ja auch das alte Bett behalten können. Ist das kompliziert!

Ja, ich weiß schon, warum aus mir kein Denker geworden ist.

LN

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