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Kultur im Norden Dada gegen den Rest der Welt
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19:12 15.04.2016
Schlagzeug-Studierende spielten Schwitters‘ „Ursonate“. Quelle: Wulff

„Das beste an der Ursonate ist, dass man alles mit ihr machen kann“, sagte einer der Musiker nach dem Konzert. Recht hatte er, denn die 60 Minuten im Neuen Buddenbrookhaus hatten gezeigt, dass Kurt Schwitters‘ dadaistisches Lautgedicht tatsächlich die verschiedensten Aufführungs-Interpretationen verträgt.

Dada mit Schlagzeug war das Thema des Abends, menschliche Stimme mit Urlauten und Performance, eine bunte Mischung aus Tönen, Geräuschen und Aktionen. Man kann Schwitters bahnbrechendes Werk tatsächlich als erste „Weltmusik“ bezeichnen, wie es Schlagzeug-Professor Johannes Fischer tat, dessen Studierende den Abend der Reihe „Aufbrüche“ bestritten. Schwitters‘ Aneinanderreihung von Lauten macht zwar künstlerisch Sinn, hat aber keinen fassbaren Inhalt. Deshalb ist dieses Lautgemälde in aller Welt verständlich — oder besser gesagt: unverständlich.

Die Studierenden setzten sich auf intensive Weise mit dem Werk auseinander. Vom Schlagzeug-Duett bis zum Live-Vortrag der Sonate reichte das Repertoire, Krach stand neben filigranen Percussionsfiguren. Die vorzügliche technische Ausbildung der Schlagzeugerinnen und Schlagzeuger machte diese Bandbreite möglich, so ergab sich ein ausgesprochen kurzweiliger Abend. Dada ist zwar einerseits sinnfrei, macht aber gerade in Zeiten wie diesen doch wieder Sinn. Der Abend im Neuen Buddenbrookhaus machte deutlich: Mit Mitteln der Kunst kann man auf die Absurdität der Realität reagieren. Dada wird wieder aktuell. Fel

Der nächste Abend der Reihe „Aufbrüche“ findet am 12. Mai statt.

LN

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