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Das Grauen im KZ als Abstraktion

Baden-Baden Das Grauen im KZ als Abstraktion

„Birkenau“ nennt Gerhard Richter seine malerische Umsetzung des Holocaust — Jetzt beginnt die Ausstellung.

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Gerhard Richter (83) vor seinem vierteiligen Monumentalwerk „Birkenau“ — entstanden nach Fotografien aus dem KZ Birkenau.

Quelle: dpa

Baden-Baden. . Es sind vier Schwarz-Weiß-Fotos, die das Grauen festhalten: Nackte Frauen auf dem Weg in den Tod, Menschen, die zuerst in den Gaskammern der Nazis getötet und dann im Freien verbrannt werden. Nicht alles ist zu erkennen. Es sind heimliche Fotografien, die ein jüdischer Häftling 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau gemacht hat und die unter Lebensgefahr hinausgeschmuggelt wurden. Es sind diese Bilder, die die unerträgliche Wahrheit dokumentieren. Und es sind dieselben, die der Maler Gerhard Richter an der Wand im Kölner Atelier hat — und die Grundlage für ein abstraktes vierteiliges Monumentalwerk sind, das er „Birkenau“ nennt. Die Tafeln sind Mittelpunkt einer Schau, die bis zum 29. Mai im Museum Frieder Burda zu sehen ist.

Der 83-Jährige verbindet die Schau in Baden-Baden mit einem guten Zweck: Bei der Preview stellt der Holocaust-Überlebende Ivan Lefkovits die erschütternde Dokumentation „Mit meiner Vergangenheit lebe ich“ vor — die Memoiren von 15 Überlebenden. Jedes dieser Zeugnisse hat der Künstler mit einem anderen Detail aus „Birkenau“ illustriert.

Auschwitz-Birkenau war das größte deutsche Vernichtungslager . Im Herbst 1942 begann im eigentlichen Todeslager Birkenau der Massenmord in den Gaskammern. Etwa 1,1 Millionen Menschen, darunter eine Million Juden, wurden in Birkenau ermordet.

Richter hat sich lange damit beschäftigt. Seit den 60er Jahren sammelt er Holocaust-Fotos. „Es hat gedauert, bis ich die richtige Form gefunden habe“, drückt es Richter aus. 2014 greift er zum Pinsel und übermalt die Gräuel. Wieder und wieder. In düsteren Farben: schwarz, grau, dunkel-rot, schmutzig-grün. Bis die Scheiterhaufen mit den Leichen nicht mehr zu erkennen sind. „Ich habe abstrakt gemalt, weil diese Fotos unübertroffen sind — ich kann es nicht besser“, erklärt er.

Internet: Gerhard-Richter-Schau im Museum Frieder Burda,(http://dpaq.de/SLbu3).

LN

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