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Kultur im Norden Das Phänomen Justin Bieber
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16:18 13.09.2016
Justin Bieber bei den  MTV Europe Music Awards (EMAs) im Oktober 2015. Quelle: EPA/DANIEL DAL ZENNAR
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New York

Der beschlagnahmte Kapuzineraffe „Mally“ am Münchner Flughafen, die Sportwagenfahrt angetrunken in Miami, die Eierwürfe auf das Nachbarhaus in Los Angeles, Abhängigkeit von der Droge Purple Drank, Hautkontakt mit einer Pornodarstellerin: Die Liste der tatsächlichen oder nur in den Internetmedien aufgebauschten Verfehlungen des Sängers Justin Bieber ist berühmt-berüchtigt. Vor kurzem erst lieferte sich der Kanadier auf Instagram einen Schlagabtausch mit seinen Fans und nahm daraufhin sein Profil vom Netz.

Vom Teenie-Star zum Bad Boy: Der Sänger ist vor den Augen der Welt erwachsen geworden und seine Musik gefällt nunmehr sogar Kritikern. Jetzt kommt der Kanadier nach Europa.

Jeder merkt doch, wenn er erwachsen wird: Mann, ich habe echt ganz schönen Schwachsinn gemacht, als ich jünger war.“

Das öffentliche Erwachsenwerden des früheren Teenie- Stars gleicht einem Dauerspektakel zwischen privaten Eskapaden und musikalischen Erfolgen. Bieber ist ein Phänomen – und von morgen an auf Europa-Tournee.

Mit den Auftritten will der 22-Jährige sein aktuelles Album „Purpose“ bewerben. Das hatten sogar Musikkritiker gelobt, die Bieber zuvor als nicht ernstzunehmenden Teenieschwarm eingestuft hatten. „Purpose“ mit dem Hit „Sorry“ war zunächst als Entschuldigung Biebers für seine Skandale aufgefasst worden. Eine Art musikalischer Rundumschlag, mit dem er einen Strich unter die Vergangenheit machen und als seriöser Musiker neu anfangen wolle. Aber das sei Quatsch, sagte Bieber jüngst dem Magazin „GQ“. „Das haben die Menschen einfach behauptet, dass ich mich mit dem Lied entschuldigen will und so. Damit hatte es überhaupt nichts zu tun. Es ging um ein Mädchen.“

Für seine Skandale schäme er sich überhaupt nicht. Denn Grenzüberschreitungen gehören nun einmal dazu, wenn einer nicht mehr nur dreizehnjährige Mädchen, sondern ein großes Rock- und Pop-Publikum beeindrucken will. „Jeder merkt doch, wenn er erwachsen wird: Mann, ich habe echt ganz schönen Schwachsinn gemacht, als ich jünger war. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich nicht viel ändern. Das ist meine Reise. Diese Sachen machen aus, wer ich bin.“

Und er ist eben nicht der niedliche Junge mit den rehbraunen Augen und der Samtstimme, als der er als pubertärer Junge verkauft wurde. Seine Startchancen waren nicht besonders gut: Mutter Pattie Mallette war bei seiner Geburt 18 Jahre alt, sie zog den Jungen alleine auf und versuchte erfolgreich, ihn über Videos auf YouTube ins Showbusiness zu schubsen. Mit 14 Jahren erhielt er tatsächlich einen Plattenvertrag. Die Single „Baby“ machte ihn kurz darauf zum Weltstar. Millionen Mädchen auf der ganzen Welt erklärten sich zu „Beliebers“, einem Wortspiel aus Bieber und „believers“, Englisch für Gläubige. Er versuchte zunächst, dem Image des Netten zu entsprechen. In Interviews betonte Bieber stets, wie religiös er sei, und seine Mutter schrieb schwärmerische Bücher über ihn.

Doch lange hielt das harmlose Bild nicht, da war Justin Bieber nicht anders als Kollegin Miley Cyrus. Mit Tattoos, Modeexperimenten, jungen Frauen (zunächst Sängerin und Schauspielerin Selena Gomez, seit einiger Zeit Gerüchten zufolge Lionel Richies Tochter Sofia), Alkohol, Angeber-Autos. In Miami nahm die Polizei ihn fest, als er angetrunken ohne Führerschein gefahren sein soll – die Anklage wurde später fallengelassen.

Biebers Anhänger halten dennoch zu ihm. Und es sind trotz aller Eskapaden immer noch die Mädchen, die dafür sorgen, dass seine Songs in den Charts nach oben stürmen und seine Konzerte der Europa-Tournee ausverkauft sind. Es wird wieder Kreischorgien geben.

Stationen der Tournee

14. 9. Berlin, 16.9. München, 18.9. Köln, 8.11. Wien, 14.11. Hamburg, 16.11. Frankfurt.

 Christina Horsten

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