Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden Das Profane und das Profunde
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Das Profane und das Profunde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:10 24.04.2018

Mr. Cumberbatch, „Avengers: Infinity Wars“ ist wieder einmal einer dieser Fälle, in denen im Vorfeld so gut wie nichts über den Film verraten werden darf. Laufen Sie nicht ständig Gefahr, sich bei Freunden zu verplappern?

Keine Sorge, ich bin ganz gut darin, meinen Mund zu halten. Und außerdem wollen doch eigentlich alle Fans im Kino überrascht werden, oder?

Wie erklären Sie es sich, dass die Superhelden-Filme aus dem Hause Marvel seit etlichen Jahren die größten Kassenhits überhaupt sind?

Gute Frage, auf die man als Schauspieler nur bedingt eine Antwort hat. Aber in meinen Augen besteht das Erfolgsgeheimnis darin, dass Marvel wie kaum jemand sonst es versteht, das Profane und das Profunde zu vermischen. Die Balance zwischen Humor, Action und gleichzeitig auch gesellschaftspolitischen Themen gelingt ihnen hervorragend, und genau das ist ja ein Markenzeichen von gelungener Popkultur. Diese Filme treffen den Nerv der Zeit – und stehen gleichzeitig in der Tradition der Comicvorlagen, die früher ja auch direkte Reaktionen auf den Zweiten Weltkrieg oder den Kalten Krieg waren.

Laut der Russo-Brüder, die den Film inszeniert haben, handelt er davon, was es heutzutage bedeutet, ein Held zu sein. Gibt es das für Sie in unserer Welt überhaupt: Helden?

Oh ja, und das sind vor allem Menschen, deren Namen wir gar nicht unbedingt kennen oder von denen man nichts hört. Wir erwarten viel zu sehr von Politikern und Führungspersonen, Antworten für die Probleme unserer Welt zu finden. Dabei sind die wahren Helden die, die sich selbst ermächtigen und etwas bewegen. Denken Sie an die Schüler, die aktuell in den USA gegen die Waffenlobby auf die Straße gehen. Sie zeigen uns nicht nur, dass man gemeinsam stärker ist, sondern auch, dass alles möglich ist. Jeder von uns hat es in der Hand, für Veränderung zu sorgen. Solche Gruppen sind für mich Helden, weniger Personen. (hat Tränen in den Augen)

Sie werden richtig emotional bei diesem Thema . . .

Ja, ich finde diese Schüler unglaublich inspirierend. Mich kriegt dieses Thema einfach, weil ich mittlerweile ja selbst Vater bin. Zu sehen, wie Kinder sich mit Erwachsenen anlegen müssen, nachdem sie miterlebt haben, wie ihre Freunde im Kugelhagel eines Maschinengewehrs ihr Leben verloren haben – das ist einfach eine Situation, die es eigentlich nicht geben sollte.

Stichwort Kinder: Kommen Sie bei Ihren zahlreichen neuen Projekten noch dazu, sich um den Nachwuchs zu kümmern?

Keine Sorge: wenn ich arbeite, nehme ich meine Familie fast immer mit. Länger als eine Woche war ich noch nie ohne meine Familie. Seit letztes Jahr mein zweiter Sohn geboren wurde, war es sogar nur ein einziges Wochenende, glaube ich. Die Zeit mit den Kindern ist einfach so kostbar, dass ich sie jederzeit dem Job überordne. Denn für mich gilt ganz klar: Job ist Job und Familie ist Familie.

Wenn ich nach Hause komme, lass ich alles Berufliche draußen vor der Tür.

Kürzlich machte ein Video im Internet die Runde, in dem Sie das Kinderlied „I’m a Little Teapot“ zum Besten geben. Sich selbst und die Schauspielerei nicht nur bierernst zu nehmen – ist das etwas, das Sie lernen mussten?

Nein, darin war ich von Beginn an ziemlich gut. Schon als Schüler gab es den einen oder anderen Lachanfall, wenn ich auf der Bühne stand. Meine Eltern sind beide Schauspieler, da habe ich natürlich früh mitbekommen, was für eine absurde Angelegenheit dieser Job oft sein kann. Sicherlich gibt es auch mal Situationen, in denen ich der Schauspielerei mit einer gewissen Erhabenheit begegne. Aber es braucht nie viel um mir vor Augen zu führen, wie seltsam und komisch diese Sache ist, mit der ich mein Geld verdiene.

Interview: Patrick Heidmann

Britischer Kassenmagnet

Benedict Cumberbatch war jahrelang bestenfalls einem britischen Fernseh- und Theaterpublikum bekannt, doch seit 2010 die erste von inzwischen 13 Folgen „Sherlock“ mit ihm in der Titelrolle zu sehen war, ist er weltweit ein Star. Außer dem berühmtesten Privatdetektiv hat der Brite auch schon einen Drachen („Der Hobbit“) und Julian Assange („Inside Wikileaks“) gespielt und wurde für den Oscar nominiert („The Imitation Game“).

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Lübeck. Jung, charismatisch und sehr erfolgreich: Das Trio Catch spielt am Sonnabend, 5. Mai, in der Lübecker Essigfabrik Neue Musik. Die Klarinettistin Boglárka Pecze hat einen sehr engen Bezug zu Lübeck, sie hat bei Reiner Wehle an der Lübecker Musikhochschule studiert. Das Trio lebt in Hamburg.

24.04.2018

Berlin. Der Verleger Peter Graf ist tief in das Grimmsche Wörterbuch eingetaucht – und hat zahllose, längst vergessene Schöpfungen und Schönheiten der deutschen Sprache gefunden. Der Berliner Verlag „Das kulturelle Erbe“ hat seine Fundstücke aus dem Grimmschen Schatz jetzt veröffentlicht.

24.04.2018

Der britische Popstar Ed Sheeran will mit seinem nächsten Album nicht unbedingt einen großen Erfolg landen.

23.04.2018