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Kultur im Norden Das Sommerfest der leichten Muse
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18:10 23.05.2017
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Lübeck

Die Lübecker Sommeroperette wurde 1995 von dem Regisseur Michael P. Schulz und dem 2007 verstorbenen Musikhochschulprofessor Ernst R. Barthel gegründet und ist seitdem fester Bestandteil des Kulturlebens in Lübeck. Michael P. Schulz, studierter Schulmusiker, hat sich der leichten Muse verschrieben, immer wieder gelingt es ihm, zu Unrecht vergessene Meisterwerke der Operette aus dem Fundus der Musikgeschichte zu bergen und auf die Bühne zu bringen.

In diesem Jahr steht eine klassische Berliner Operette im Mittelpunkt: „Drei alte Schachteln“ von Walter Kollo. Vor 100 Jahren, mitten im Ersten Weltkrieg, wurde das Stück uraufgeführt, es ist noch immer eines der bekanntesten des Komponisten. Kollo gilt neben Jean Gilbert und Paul Lincke als Begründer der Berliner Operette.

„Drei alte Schachteln“ spielt im alten Potsdam der Jahre zwischen 1870 und 1878. Es lebt vom steten Wechsel zwischen der romantischen Verliebtheit des Paares Lotte und Klaus sowie der berlinisch-frechen, aber herzlichen Art des Paares Auguste und Cornelius.

Wie üblich in der Berliner Operette gehören Marschlieder zur musikalischen Ausstattung, dazu Chansons, Couplets und Schlager. Berühmt und geradezu volkstümlich geworden sind die Lieder „Solang noch Untern Linden“ und „Ach Gott, was sind die Männer dumm“, die auch heute noch gerne gehört werden (Vorstellungen vom 1. bis zum 10. September im Volkstheater Geisler).

Die zweite szenische Aufführung widmet sich einer Oper, zugegeben einer, die man getrost zur leichten Muse zählen darf: „Viva la Mamma“ von Gaetano Donizetti. Der ist sonst bekannt für Belcanto-Opern wie „L’elisir d’amore“ oder „Die Regimentstochter“. „Viva la Mamma“, 1831 uraufgeführt, ist hingegen eine Oper über die Oper, der Originaltitel lautet übersetzt: „Sitten und Unsitten am Theater“. Auf der Bühne steigern sich menschliche Schwächen und Wünsche zu einem Theater der Eitelkeiten, der Wettlauf um Geltung und Ruhm wird zur Farce. Und ein Schuss Absurdität gehört auch dazu: Die Titelpartie der Mamma wird von einer tiefen Männerstimme gesungen (Vorstellungen vom 4. bis 19. August im Johanneum zu Lübeck).

Neben den beiden großen Produktionen bietet die Sommeroperette wieder zwei ihrer beliebten großen Revuen. Die Musical-Gala „Best of Broadway“ hat am 24. August im Johanneum Premiere und ist bis zum 31. August täglich zu sehen. Auf dem Programm stehen Highlights unter anderem aus „Sister Act“, „Das Phantom der Oper“, „Spamalot“, „Saturday Night Fever“ und „Les Miserables“.

„Ungarische Rhapsodie“ heißt die Gala, die Meisterwerke der „ungarischen“ Operette präsentiert, zu deren berühmten Vertretern Johann Strauß, Franz Lehár und Emmerich Kálmán gehören. Es gibt ein Wiedersehen mit der „Fledermaus“ und dem „Zigeunerbaron“, der „Csárdásfürstin“, mit „Gräfin Mariza“ sowie dem „Teufelsreiter“ und dem „Zigeunerprimas“. fel

LN

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