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Das Tagebuch eines einfachen Infanteristen

Lübeck Das Tagebuch eines einfachen Infanteristen

Franz Arneitz (1893-1973) war der Sohn eines Bauern aus Kärnten. Im August 1914 musste Arneitz zum Infanterieregiment Nr.

Lübeck. Franz Arneitz (1893-1973) war der Sohn eines Bauern aus Kärnten. Im August 1914 musste Arneitz zum Infanterieregiment Nr. 7 in Klagenfurt einrücken, oder wie man Österreich sagte: Er wurde einrückend gemacht. In den Reihen dieses Regimentes diente Franz Arneitz während des gesamten Ersten Weltkrieges an verschiedenen Fronten. Arneitz hat Tagebuch geführt, es ist eines der wenigen Diarien einfacher Soldaten, das sich erhalten hat – ein bedeutendes Dokument.

Arneitz war mit seinem Regiment zunächst an der Ostfront gegen Russland eingesetzt. In Nord-Galizien erlebte Arneitz, mit welcher Grausamkeit die Armee gegen Zivilisten vorging. Keine andere kriegführende Nation hat zwischen 1914 und 1918 so viele Zivilisten hingerichtet wie die österreichische – in Galizien waren es zudem eigene Staatsbürger, die zu Tausenden aufgeknüpft wurden.

Thema bei Arneitz ist auch die Brutalität der Offiziere den eigenen Soldaten gegenüber. Bei geringstem Fehlverhalten wurden schwere Strafen verhängt, wer bei Märschen nicht mehr mitkam, wurde von den eigenen Offizieren erschossen. Von der Ostfront ging es für Franz Arneitz an den Isonzo, wo sie gegen die Italiener kämpften. In der 12. Isonzoschlacht gelang dann der Durchbruch durch die italienischen Linien, die Front rückte bis zum Fluss Piave vor. Ein letzter Offensiv-Versuch im Sommer 1918 war dann für Österreich-Ungarn der Anfang vom Ende.

Arneitz überlebte mit viel Glück den Krieg und musste seine Heimat verlassen, die an das neugegründete Jugoslawien fiel. Er übernahm den Hof seines Vaters und starb mit 80 Jahren 1973.

„Meine Erlebnisse in dem furchtbaren Weltkriege 1914-1918“ von Franz Arneitz, Kremayr & Scheriau, 144 Seiten, 19,90 Euro.

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