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Kultur im Norden Das Wort zum Montag
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20:21 26.11.2016
Von Maximilian Buddenbohm kultur@LN-Luebeck.de

Es hat viele Vorteile, Kinder zu haben. Bei niedriger Geburtenrate kann man einen Vorteil beispielhaft etwas herausarbeiten, als Motivationshilfe für Unentschlossene. So schaffen es viele Erwachsene erst mit Kindern, sich auf den Montag zu freuen und fröhlich zur Arbeit zu gehen. Wie ist das möglich?

Kinderlose Menschen denken beim Wort Montag nur an Arbeit, Mühsal, und grauen Alltag. Das ist lästig, da es die Stimmung in Büros und Werkstätten verdirbt und der Arbeit den Schwung nimmt. Eltern dagegen! Sie denken beim Stichwort Montag an den Arbeitsplatz, an dem kein Lego auf dem Fußboden herumliegt. Sie denken an Waschbecken, die niemand aus experimentellen Gründen geflutet hat, sie denken an Schokolade in Schreibtischen, die keiner heimlich weggeknuspert hat, und auch an Wände, die keiner mit Filzstift bemalt hat.

Selbstverständlich denken sie auch an Kolleginnen und Kollegen, für die sie keinen Erziehungsauftrag haben, das ist nämlich ungeheuer entspannend. Sie müssen die Tischmanieren der Teammitglieder nicht korrigieren, sie müssen sie nicht vom Kippeln mit dem Stuhl abhalten, sie müssen ihnen keine Schimpfwörter verbieten. Und wenn sie mittags rausgehen, muss man ihnen keine Jacken anziehen und zumachen, keine Mützen suchen, die Gott weiß wo sind, nur nicht da, wo sie hingehören. Das ist sehr, sehr angenehm, weswegen Eltern oft in auffällig gelöster Stimmung am Montag zur Arbeit kommen, still und friedlich arbeiten, ab und zu hochsehen und milde lächeln. Weil der Chef zwar gerade verrücktspielt, sie ihm dafür aber nicht den Nachtisch streichen müssen.

Es sind die Eltern, die Montage munter stemmen, dafür muss man auch einmal dankbar sein. Und zwar den Kindern.

LN

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