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Das späte Glück des Phil Collins

London Das späte Glück des Phil Collins

Er ist inzwischen fast ganz kahl und sieht keinen Tag jünger aus, als er ist. Heute wird Phil Collins 65 — und er hat viele gute Gründe für eine rauschende Party.

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London. Nach seiner Scheidung steckte er jahrelang in der tiefen Sinnkrise. Nun versucht Phil Collins ein Comeback. Seine alten Platten werden neu aufgelegt, und er arbeitet an einem neuen Album. Das größte Geburtstagsgeschenk macht er sich selbst: Der britische Sänger und Schlagzeuger hat sich wieder mit seiner Ex-Ehefrau Orianne Cevey versöhnt. „Ja, ich bin sehr glücklich, wieder mit Orianne und meinen Söhnen Nicholas und Matthew zusammenzuleben“, sagte Collins in dieser Woche in einem Interview. „Wir haben beide eingesehen, dass es ein Fehler war, auseinanderzugehen, und diesen Fehler haben wir korrigiert.“

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Phil Collins bei der „Genesis“- Welttournee im Jahr 2007.

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Er könne jetzt wieder ein Vater für seine Söhne sein, sie von der Schule abholen, mit ihnen Hausaufgaben machen und einfach Zeit mit ihnen verbringen. „Das ist ein wunderschönes Geschenk.“ Collins und Cevey hatten 1999 geheiratet und sich 2008 wieder scheiden lassen. Die Trennung sorgte für Schlagzeilen, weil der Musiker seiner dritten Ex-Frau die Rekordsumme von 32 Millionen Euro zahlen musste. Nach der Scheidung stürzte Collins in tiefe Depression.

Nun scheint einer der größten Popstars der 80er Jahre wieder auf dem Glückspfad zu sein. „Wenn mich mein Publikum zurückwill, dann werde ich mich nicht wehren“, sagte er der „Zeit“. Ein neues Album dürfte es jedenfalls bald geben. „Ich bin nicht mehr offiziell im Ruhestand“, sagte er dem Musikmagazin „Rolling Stone“. Demnach arbeitet der frühere „Genesis“-Frontmann an einem Soloalbum und will wieder auf Tour gehen. Was ihn antreibt? Die beiden Söhne wollten sehen, was der Vater mache, sagte er. Und: „Ich habe viele Leute getroffen, die sagten, ,Du solltest es tun!‘. Man kann mir leicht schmeicheln.“ Seine Stimme sei nicht gebrochen, „das ist das wichtigste“.

Das hatten viele Fans nicht mehr zu hoffen gewagt. Denn Phil Collins hat schwere gesundheitliche Probleme. Erst im Herbst wurde er am Rücken operiert, ein Ohr ist so gut wie taub, ein Nervenschaden machte es für den Schlagzeuger unmöglich, die Schlägel zu halten. Darüber spricht er inzwischen genau so offen wie über seinen übermäßigen Alkoholkonsum. „Das hat mich fast umgebracht“, sagte er dem „Rolling Stone“.

Lange hatte Collins gar nicht danach geklungen, als käme ein Comeback infrage. Zu seinem 60. Geburtstag hatte er gesagt: „Ich glaube nicht, dass mich jemand vermissen wird.“ Da lag er falsch. Denn Collins gehört zu den ganz Großen im Showgeschäft. Wenn auch zu einem, der sich viel Kritik gefallen lassen muss. Zu seicht, zu poppig, zu anbiedernd sei seine Musik, heißt es bis heute immer wieder.

Collins weiß das. Doch seine Bilanz ist phänomenal: Mit „Genesis“ und solo mehr als 250 Millionen verkaufte Platten, viele Nummer-eins-Hits, sieben Grammys und sogar ein Oscar für die Musik zum Disney-Film „Tarzan“. „In The Air Tonight“, „I can't Dance“, „Another Day in Paradise“, oder „A Groovy Kind of Love“ sind weltbekannte Ohrwürmer.

Dabei ist Collins von Haus aus Schlagzeuger, und die werden nicht so oft zu Superstars. Schon im Kindergartenalter bekam er die erste Trommel. Früh liebäugelte der Junge aus der Londoner Vorstadt mit der Schauspielerei und ergatterte als Teenager im Musical „Oliver!“ eine Hauptrolle. Mit „Flaming Youth“ nahm er mit 18 Jahren ein erstes Album auf. Dann zerbrach die Band. Zu seinem Glück suchte „Genesis“ gerade einen neuen Drummer. Als Leadsänger Peter Gabriel fünf Jahre später eigene Wege ging, rückte Collins nach — der Start der Weltkarriere.

Seinen Geburtstag feiert Collins heute mit seinen „Genesis“-Bandkumpels Mike Rutherford und Tony Banks. Ob es noch einmal ein Comeback der Kultband in Originalbesetzung gibt? Da gibt es nur jede Menge Gerüchte — und etliche Fans, die darauf hoffen.

LN

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