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„Das wärmste Instrument“

Lübeck „Das wärmste Instrument“

Anouchka Hack (21) spielt seit 2002 Cello, da war sie sechs. Eigentlich hatten ihr Vater und ein Freund ein kleines Cello für ihre anderthalb Jahre ältere Schwester Katharina gebaut, aber die fand das Klavier interessanter, und dann hat sie sich seiner angenommen. Und sie hat es nicht bereut.

Lübeck. „Das Cello ist für mich das wärmste, das sprechendste, das singendste Instrument“, sagt die geborene Antwerpenerin, die seit 2014 an der Musikhochschule Lübeck in der Klasse von Professor Troels Svane studiert. Sie fasziniere vor allem die Ähnlichkeit mit der menschlichen Stimme. Eine Geige sei für hohe Töne zuständig, der Bass für tiefe, das Cello aber vereine beides. „Cellomusik spricht direkt aus meiner Seele“, sagt sie. „Die Stimme und der Klang des Instruments spiegeln genau meine Gefühle wider.“ Das Cello, es trifft exakt ihren Ton.

Anouchka Hack kommt aus einer musikalischen Familie. Der Vater spielt Cello bei den Dortmunder Philharmonikern, die Mutter unterrichtet Klavier. Ihre Schwester, die ebenfalls in Lübeck studiert, ist Pianistin und ihre Partnerin im gemeinsamen Duo. Ihr sei immer klar gewesen, dass sie ein Instrument lerne, wenn sie zur Schule komme, sagt sie. Musik sei immer gut, wenn sie „wahrhaftig und aufrichtig“ sei, und gerade fürs Cello gebe es wunderbare Kompositionen. Sie schätze das romantische Repertoire, Cello-Werke von Antonín Dvorák und Robert Schumann vor allem, aber auch von Joseph Haydn. „Cello“, sagt sie, „ist für mich einzigartig.“

Andrea Masurat (49) baut Celli, dazu Geigen und Bratschen. Und alle, sagt sie, seien ihr gleich lieb. Wo man aber für eine Geige 150 bis 180 Stunden rechnet, sind es bei einem Cello mindestens 400.

Momentan hat die Lübecker Geigenbaumeisterin in ihrer Werkstatt in der Jürgen-Wullenwever-Straße eines in Arbeit, eine Komposition aus Ahorn, Fichte, Leim, handwerklicher Fertigkeit und Erfahrung, bei der es auf den Zehntelmillimeter ankommt. „Jedes Holz ist anders“, sagt sie. Und im Grunde arbeite man heute noch wie Stradivari und die Meister vor 400 Jahren. „Die alten Italiener“, sagt sie, „sind immer noch die Referenz für uns.“ int

LN

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