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Das wird bestimmt ein super Fest!

Lübeck Das wird bestimmt ein super Fest!

Von der Livemusik bis zum Zauberer, von der Fotografie bis zur Malerei: Das Hansekultur-Festival schlägt einen weiten Bogen – Ein Rundgang am ersten Tag durch die nördliche Altstadt.

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Bernd Saxe in Acryl: Titia Ohlhaver mit ihrem großformatigen Porträt von Lübecks Bürgermeister. Die Künstlerin stellt ihre Bilder im Produzenten-Atelier in der Essigfabrik an der Kanalstraße 28 aus.

Lübeck. Lübeck. Wo es zum Hansekultur-Festival geht? Immer den Bildern nach, die in sämtlichen Gröpelgruben und allen Lohbergen hängen, von der Kanalstraße rüber zum Koberg, wo die große Bühne steht. Runter zur Untertrave hängen Girlanden und kleine Windmühlen über den Straßen, Regenschirme auch. Und wenn man fragt, was Regenschirme denn so mit Kunst und Kultur zu tun haben, kann man sagen: Damit hat Christo schon gearbeitet, dann können wir das hier ja wohl auch. Außerdem hängt bei Spitzweg einer überm armen Poetenbett, und überhaupt ist der Kulturbegriff ein sehr weiter, und das ist auch ganz gut so.

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Von der Livemusik bis zum Zauberer, von der Fotografie bis zur Malerei: Das Hansekultur-Festival schlägt einen weiten Bogen – Ein Rundgang am ersten Tag durch die nördliche Altstadt.

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Vom Hansekultur-Festival

berichten:

Petra Haase, Dorothea Kurz-Kohnert, Regine Ley und Peter Intelmann (Text). Wolfgang Maxwitat, Ulf-Kersten Neelsen, Lutz

Roeßler, D. Kurz-Kohnert (Fotos).

Hansekultur-Festival also, die erste Auflage, es ist alles noch ein bisschen aufgeregt. Als es in einer knappen Stunde losgehen soll, fragt Lübecks Marketingchef Christian Martin Lukas beim Infozelt nach, wie viele Programmhefte da sind. Und als jemand meint, dass das bestimmt ein super Fest werden wird, sagt er: „Ich hoffe.“ Dann ist er schon wieder auf dem Sprung, weil eine große Party eben auch gut vorbereitet sein will.

Einen schönen Blick auf den erweiterten Kulturbegriff hat man vom Dach des Hansemuseums. Alte Mauern im Rücken, vorne der Hafen und unten am Kai die „Lisa von Lübeck“ samt einer Reihe anderer alter Schiffe. Sie gehören ebenso dazu wie ein gut 700 Jahre altes Haus in der Kleinen Altefähre, wo eine kleine Katze um große Bilder streicht, Arbeiten des Fotografen Thomas Radbruch, der hier unter mächtigen Deckenbalken zu Hause ist. Radbruch bringt Lübeck mit seinen Postkarten in alle Welt, mit seinen so besonders fotografierten Backsteinpanoramen, den Türmen, den Kirchen, den Gängen. Aber er fährt auch selbst in die Welt, nach Arizona, New York oder Istanbul, und dann bringt er Fotos mit und stellt sie bei sich aus.

Auf der anderen Seite der Altstadtinsel, in der Essigfabrik, sitzt eine junge Frau im Hof neben duftendem Thymian, spielt Akkordeon, singt, und es hört niemand zu. Aber das ist auch nicht schlimm, Jana Nitsch übt nur. Sie ist Goldschmiedin und hat hier ihre Werkstatt. Aber sie ist mit Marcus Berthold auch TroubaDuo und hat am Abend einen Auftritt im Schuppen 9. Und weil sie dabei von Jonas und Emre unterstützt werden, sind sie diesmal TroubaDoubleDuo. Am Nachmittag hatten sie auch schon spielen sollen, aber das stand falsch im Programmheft. Dafür kann man sie heute Abend noch mal im Birnenbaumhof erleben.

Eine Tür weiter hat Titia Ohlhaver ihr Atelier – und hohen Besuch. Willy Brandt ist da, David Bowie, Christoph Schlingensief, die Gräfin Dönhoff. „Und hinten“, sagt sie, „sind noch Mandela und Co.“

Jedenfalls als Bilder, sie hat sie gemalt, und man kann ihr Sonnabend und Sonntag noch dabei zusehen.

Als gegen 14 Uhr der Regen einsetzt, nähern sich auf der Koberg-Bühne gerade „Monique and the Jacks“ ihrem letzten Stück. An den Ständen sind die ersten Erdbeeren, Süßkartoffel-Pommes und Auerochsen-Spezialitäten unters Volk gebracht. Das Festival ist drei Stunden alt und läuft sich immer noch warm. Aber ein Freitagmittag ist eben auch kein Sonnabendabend, wenn man das so sagen kann.

Und etwas später sieht es bei Kid Kommander auch schon ganz anders aus. Und solange Menschen wie Roland Henning unterwegs sind, spielt das ohnehin keine Rolle. Er zieht mit einem kleinen Tisch als ambulanter Zauberer durch die Straßen, lässt Tücher und Münzen verschwinden und Kugeln auftauchen, wo vorher keine waren. Und er tut das nicht nur vor aller Augen, sondern auch vor dem Haus der Wissenschaft. „Gibt’s Fragen?“, fragt er. Nein, Euer Ehren, machen Sie einfach weiter.

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LN

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