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David Bowies Wiederkehr als bleicher Beau

Berlin David Bowies Wiederkehr als bleicher Beau

Acht Monate nach dem Tod der Rock-Ikone wird der Nachlass für Fans geöffnet – Werkschau über die 70er Jahre.

Berlin. . Ein Dreivierteljahr nach seinem schockierenden Tod mit 69 Jahren kehrt David Bowie ins Pop-Business zurück. Als  bleicher, bleistiftdünner Beau im Dandy-Look der mittleren 70er Jahre – und damit  im krassen Kontrast zu seinen  verstörend morbiden  letzten Videos. Der Grund für den posthumen Auftritt  trägt den Titel „Who Can I Be Now? (1974-1976)“.

 

LN-Bild

Eine üppige CD- und Vinyl-Box dokumentiert die „amerikanische Phase“ des  britischen Sängers, Sound-Tüftlers und Schauspielers. Akribisch wird eine wichtige Weichenstellung in Bowies Karriere dokumentiert: der Weg vom bizarren Brit-Glamrocker zu einem auch auf dem Mega-Popmarkt USA erfolgreichen Superstar.

Viel Neues erfahren Fans freilich nicht – obwohl mit „The Gouster“ ein  bisher unbekanntes Album in der Box liegt, über dessen Existenz  zuvor nur  geraunt wurde. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass diese sieben Lieder  zwar nie  als  zusammenhängende Songsammlung erschienen, jedoch allesamt irgendwann noch zu Bowies Lebzeiten veröffentlicht wurden. Gerade die letzte Phase des am 10. Januar gestorbenen Künstlers bleibt rätselhaft, wie so vieles bei diesem Exzentriker.

Trotz Gemäkels in einschlägigen Internet-Fanforen  über den eher mäßigen Neuigkeitswert der Box jubelt das Musikmagazin „Uncut“ auf seinem Oktober-Titel: „David Bowie – das Nachleben beginnt“. Ausführlich lässt die  britische Rockgazette den  langjährigen Freund, legendären Produzenten und geübten Bowie-Erklärer Tony Visconti über „The Gouster“ zu Wort kommen.

Der Amerikaner  berichtet, dass die 1974 in den Sigma-Studios von Philadelphia  aufgenommene Platte eigentlich das Bindeglied zwischen dem Übergangsalbum „Diamond Dogs“ und 

dem meisterhaften „Young Americans“ sei: ein an Rhythm 'n' Blues und Black Music  jener Zeit orientiertes Werk, mit dem Bowie in den US-Soul-Shows auftreten wollte. „Er brauchte keine Ausrede, außer dass er einfach mal ein R&B-Album machen wollte. Das klang für mich nach einem großen Abenteuer“, erzählt Visconti. Das von Jazz, Folk und britischem Rock kommende Pop-Chamäleon 

suchte eine neue Herausforderung, schwarze Virtuosen wie Sänger Luther Vandross und Gitarrist Carlos Alomar halfen ihm dabei. 

Wer Bowies Musik nachspüren will, kann das in diesem Herbst  auch  anders tun als mit der aufwendigen Rückblick-Box. Am 21. Oktober erscheint „Lazarus“, das Album zu dem im Dezember 2015 in New York uraufgeführten Bowie- Musical.

  

Das Boxset „Who Can I Be Now? (1974- 1976)“ von David Bowie erscheint am Freitag.

LN

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