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De lütte Düwel in uns

Lübeck De lütte Düwel in uns

Die beiden Schwestern mit dem Nachnamen Engel sind bitterböse. Aber am Ende stehen die selbst erklärten Christenmenschen als schlotterndes rosa Etwas (Elvira) und heulendes Elend (Helene) da. „Un baven wahnen Engel“ rührt an den „lütten Düwel“, der in jedem irgendwie steckt.

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Hausmeister Babbel (Dieter Koglin) mit den Schwestern Engel - links Magda Schulz als Helene und rechts Kirsten Mehrgardt als Elvira.

Quelle: Foto: Dirk Silz

Lübeck. Der Kunstgriff von Regisseurin Regina Burau hat dem originalplattdeutschen Lustspiel nicht geschadet – im Gegenteil. Der Text sieht ein klassisches Mann-Frau-Liebespaar vor. Die männliche Rolle konnte nicht besetzt werden, also spielten zwei Frauen den Part. So konnten Magda (Nelly) Schulz als die ältere Schwester Helene Engel und Kirsten Mehrgardt als die jüngere Engel glänzen und ihr Schauspieltalent entfalten. Diebische Freude spiegelt sich in den Gesichtern wieder, wenn die beiden auf Helenes Kommando „Achtung, fertig, los!“ mit ihren Bibeln rhythmisch auf den Tisch klopfen.

Der Psychoterror soll den neuen Mieter Schlüter (Dieter Müller, Gast vom Geisler-Theater) und seine vier Kinder vertreiben , denn die Schwester wollen dessen Wohnung.

Doch die beiden altjüngferlichen Damen haben die Rechnung ohne den Hauswirt Babbel (Dieter Koglin), ihre Nichte Marina (Christin Walczyk) und deren Freundin Karen Schlüter (Jenny Walczyk) gemacht. Die beiden Freundinnen treffen in dem Haus nach Jahren wieder aufeinander und holen zum Schlag gegen die Intrigantinnen aus. Christin und Jenny sind im richtigen Leben Schwestern und die Enkeltöchter von Christa Walczyk , die die Nachbarin Fritsche als Nassauerin und lautstarke Tratsche verkörpert. Die beiden jungen Walczyk-Frauen haben mit Unterstützung von Regieassistentin Margrit Hammar erfolgreich Plattdeutsch gelernt und lieferten ein überzeugendes Debüt ab. Großmutter Christa arbeitet in der Theaterschneiderei und ist der Niederdeutschen Bühne seit Jahren verbunden. Die Fachfrau sorgte in vielen Stücken für die perfekte Ausstattung – so auch in diesem. Theaterkollege Rainer Stute schuf ein Spitzendeckchen–Bühnenbild.

Flotter Saxofon-Sound bereicherte live das Lustspiel. In Schwarz-Weiß mit Hütchen begeisterten Berit Engbers, Chiara Paulsen, Maria Piltschik und Lasse Schrank. Die Musikschüler der Gemeinnützigen spielten unter der Leitung von Lilija Russanowa – „super Idee,“ schwärmt Abonnentin Elke Hiller, „unbedingt etablieren“, so Premierengast Annette Dechau.

Dorothea Kurz-Kohnert

Nächste Aufführung heute 20 Uhr Theater Lübeck, Kammerspiele

LN

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