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Der „Drachenreiter“ kehrt zurück

Hamburg Der „Drachenreiter“ kehrt zurück

Buchpremiere in Hamburg: Cornelia Funke präsentiert ihre Fantasygeschichte „Die Feder eines Greifs“, die Fortsetzung ihres Bestsellers von 1997.

Cornelia Funke

Quelle: dpa

Hamburg. Sie kommt sehr bodenständig und locker daher, die international erfolgreiche Jugendbuchautorin Cornelia Funke („Tintenherz“, „Die wilden Hühner“). Gerade von einem Verlagstermin aus Stockholm eingeflogen, leidet die in Los Angeles lebende Westfälin in Hamburg noch unter dem Jet-Lag.

 

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Cornelia Funke (*1958) ist die auflagenstärkste deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin. Vor zwei Jahren stellte das Lübecker Grass-Haus ihre Literatur unter dem Titel „Eine andere Welt“ aus.

Quelle: imago
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Prompt legt sich die 57-Jährige in schwarzem Shirt und Skinny-Hosen in der Zentralbibliothek der Öffentlichen Bücherhallen auf den Teppich, wo die Veranstalter sie eben hinter Bücherreihen entdeckt haben. „Für Yoga war schon keine Zeit mehr“, erklärt Funke auf dem Podium vor 200 sehr jungen und auch älteren Besuchern. Außerdem sei der Teppichboden der Bibliothek sicher sauber genug.

Um dann gleich lebhaft zur Sache zu kommen: ihren neuen Fantasy-Roman „Die Feder eines Greifs“ vorzustellen. Der erscheint am 26. September im Verlag Dressler, was viele der jüngeren Funke-Fans sichtlich in Aufregung versetzt. Denn die Geschichte ist die Fortsetzung des Kinderbuch-Bestsellers „Drachenreiter“ von 1997, der es sogar auf Platz eins der „New York Times“-Bestsellerliste und auf Theaterbühnen geschafft hatte.

Fabelwesen bevölkern

die Erde

In Hamburg präsentiert Funke ihre fabulöse Story im Rahmen des Harbourfront Literaturfestivals (siehe rechts oben) mit einem kleinen Drachenfest samt Knabberdrachen und Weingummi-Trollen.

Unter Moderation von NDR-Journalist Jörgpeter von Clarenau beantwortet sie Fragen junger Zuschauer und ruft mit einem Leseauszug noch einmal die Vorgeschichte von 1997 in Erinnerung. „Es war damals das erste dicke Buch, an das ich mich traute“, verrät die Schriftstellerin. „Es hat mir auch beigebracht, was ich gern schreibe – dicke Bücher.“ Beide Bände eint nicht nur ihr Umfang von mehr als 400 Seiten.

In beiden verwickelten und verwinkelten Geschichten ist die Erde neben Menschen und Tieren von Fabelwesen bevölkert. Von Drachen, Wasserpferden, Kobolden, Trollen und vielen anderen mehr. Die Hauptrolle spielen die Silberdrachen, die ihre Kraft aus dem Licht des Mondes schöpfen und mit dem Feuer, das sie speien, eine heilende Wirkung auf andere Lebewesen ausüben. Dazu gibt es noch eine die Natur und alle Fabelwesen schützende Familie: den Archäologie- und Geschichtsprofessor Barnabas Wiesengrund samt Frau, Tochter und Ben, den die Wiesengrunds später adoptieren.

In „Die Feder eines Greifs“ erhält Ben in der Abgeschiedenheit Norwegens eine schreckliche Nachricht: Der Nachwuchs des letzten Pegasus ist bedroht, somit würden die letzten geflügelten Pferde für immer von dieser Erde verschwinden. Entschlossen reisen die Wiesengrund-Männer mit einem Expeditionsteam, zu dem auch ein Homunkulus namens Fliegenbein und eine tollkühne Rättin als Flugzeugpilotin gehören, nach Indonesien. Dort machen sie sich auf die Suche nach dem gefährlichsten aller Fabeltiere – einem Vogel Greif, dessen Sonnenfeder allerdings die letzten Pegasus-Fohlen retten könnte.

Solche Situationen sind typisch für das Funke-Universum: Die Helden müssen dorthin reisen, wo die Welt am gefährlichsten ist, um eine Katastrophe zu verhindern.

Die Botschaft: Vergesst Fantasie

und Umwelt nicht

Erscheint die immer abenteuerlicher geratene Handlung von „Die Feder eines Greifs“ auch noch so verwegen, so hat sie doch ein Anliegen an ihre Leser:

In einer Welt voller Handys und Computer sollen junge Menschen die Fantasie und die Umwelt nicht vergessen, mehr noch, sie sollen sich mutig für andere einsetzen.

Die Hamburger Veranstaltung ist für Funke quasi ein Heimspiel. Denn im Stadtteil Wohldorf-Ohlstedt lebte sie bis 2005, in Hamburg absolvierte sie auch eine Ausbildung zur Diplompädagogin, arbeitete als Erzieherin auf einem Bauspielplatz, studierte Buchillustration. Vor elf Jahren zog Funke dann mit ihrem kurz darauf verstorbenen Ehemann und ihren Kindern Anna und Ben nach Los Angeles (Kalifornien), wo sie bis heute lebt, wenn sie nicht gerade als Botschafterin der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ unterwegs ist.

„Die Feder eines Greifs“ von Cornelia Funke, Dressler-Verlag, 416 Seiten, 18,99 Euro

Sechs Lesewochen

Das Harbour Front Literaturfestival findet vom 14. September bis zum 24. Oktober statt. Zum achten Mal kommen deutsche und internationale Autorinnen und Autoren nach Hamburg.

Vor dem Start hat Cornelia Funke die Fortsetzung von „Drachenreiter“ vorgestellt. Den offiziellen Auftakt macht am Mittwoch nächster Woche der niederländische Schriftsteller Cees Nooteboom. Er spricht mit Ulrich Greiner, Präsident der Freien Akademie der Künste, über sein Buch „533 Tage – Berichte von der Insel“ in der Kühne Logistics University in der Hafencity.

70 Veranstaltungen bietet das Festival an, aus den Niederlanden kommen noch Leon de Winter, Connie Palmen und Herman van Veen. Zudem lesen Jonas Jonasson, Liao Yiwu, Dora Heldt, Ronja von Rönne, Sebastian Fitzek oder Maxim Biller. Der schleswig-holsteinische Landwirtschafts- und Umweltminister Robert Habeck stellt am 15. September sein neues Buch „Wer wagt, beginnt“ vor.

• Orte und Termine:http://harbourfront-hamburg.com

 Ulrike Cordes

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