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„Der Geist der Hanse“, sagt Felicia Sternfeld

Lübeck „Der Geist der Hanse“, sagt Felicia Sternfeld

Zuallererst fällt mir die Stadt Lübeck ein, die mich begeistert, immer noch und immer wieder.

Lübeck. Zuallererst fällt mir die Stadt Lübeck ein, die mich begeistert, immer noch und immer wieder. Wenn ich durch die Gassen radele und mir die schmucken Häuser anschaue, dann fasziniert mich das immer noch – die Stadt als große Ausstellung!

 

LN-Bild

Felicia Sternfeld (46) leitet das Europäische Hansemuseum in Lübeck. Sie hat Kunstgeschichte, Geschichte und Politik studiert. Am kommenden Mittwoch, 21. September, startet im Hansemuseum in Zusammenarbeit mit den Lübecker Nachrichten der Hansetalk: Ab 18.30 Uhr wird über eine autofreie Innenstadt diskutiert.

Quelle: Wolfgang Maxwitat

Da die Zeit mit meinen beiden Söhnen knapp ist, genieße ich es umso mehr, wenn wir etwas gemeinsam unternehmen. Im Sommer sind wir dann manchmal abends nach Travemünde an den Strand gefahren, um noch zu baden, ein Picknick zu machen und für ein paar Stunden die Seele baumeln zu lassen. Spannend ist auch der „Bauspielplatz Roter Hahn“ , dort wird Geschichte für Kinder lebendig.

Ein Tipp für alle Familien!

Auf meinem Nachttisch liegt das Buch „Die Manns“ von Tilman Lahme . Es gibt ja viele lesenswerte Bücher zu den Manns, diese jüngste Schilderung hat mich aber gerade wegen ihrer Erzählperspektive besonders gefesselt. Die Bücher von Thomas und Klaus Mann habe ich vor vielen Jahren zuletzt in der Hand gehabt, und es war spannend, die Familie, die für Lübeck so eine große Rolle spielt, jetzt für mich „wiederzuentdecken“.

Im Urlaub hat mich neulich im holländischen Middelburg eine Ausstellung begeistert, in der mittelalterliche Trageabzeichen präsentiert wurden. Diese Ausstellung hat es auf ganz entspannte Weise geschafft, das mittelalterliche Thema mit neuzeitlichen Kommunikationsthemen zu verknüpfen.

Als Direktorin des Europäischen Hansemuseums bin ich in den letzten Monaten recht viel herumgereist, habe die Kontorstädte Nowgorod, Bergen und Brügge besucht. Was mich hier besonders beeindruckt hat, war das große und immer noch so lebendige Interesse an der Hanse und ihrer Geschichte. Und natürlich die Begegnungen mit den Menschen vor Ort. Besonders bin ich von Bergen begeistert. Ich freue mich riesig auf die Ausstellung der kostbaren Silbersammlung, die wir dank des Engagements der KODE Kunstmuseen in diesem Winter in Lübeck zeigen werden. Sie heißt: Silberglanz &

Silbergier.

Lübeck als „Königin der Hanse“ ist in all diesen Städten ein zentraler Begriff. Ich bin stets begeistert von der Gastfreundschaft, mit der ich dort als „Vertreterin der Hanse“ empfangen werde. Das zeigt einmal mehr, dass die Hanse als Geschichte und als Idee nicht tot ist. Wie sehr die Hanse auch ein geistiges Erbe ist, muss man in Lübeck sicher nicht lange erklären. Aber angesichts vieler Konfliktherde in der internationalen Gemeinschaft ist es wichtig, das Verbindende der Hanse auch zunehmend politisch und gesellschaftlich zu diskutieren. Und es ist schön, dazu einen Beitrag leisten zu können.

LN

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