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„Der Pate“ stand Pate

Lübeck „Der Pate“ stand Pate

Michael Sturm inszeniert Bellinis „Romeo und Julia“ am Theater Lübeck.

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Regisseutr Michael Sturm.

Lübeck. Vincenzo Bellini und Gaetano Donizetti sind die großen Heroen des Belcanto. Am Freitag kommender Woche hat am Theater Lübeck Bellinis Oper „I Capuleti e i Montecchi“ (Romeo und Julia) Premiere. Regie führt Michael Sturm.

„Ich inszeniere zum ersten Mal in Norddeutschland, und es ist wie ein Nach-Hause-Kommen“, sagt Sturm, der 1963 in Leck/Nordfriesland geboren wurde und in Hamburg aufwuchs. Die Bellini-Oper inszeniert er erstmals. Und wie geht man um mit der Geschichte der unglücklich Liebenden, denen gesellschaftliche und politische Zwänge keine Chance lassen? „Vor allem ist wichtig, möglichst dicht an der Geschichte zu bleiben und sie nicht zu verdrehen oder zu verkopfen. Die Geschichte von Romeo und Julia ist zeitlos.“

Und was bedeutet der oft benutzte, aber selten mit Inhalt erfüllte Begriff „zeitlos“ in dieser Produktion? Sturm: „Zum einen, dass es heute unglaublich viele Konstellationen gibt, in denen sich Liebende plötzlich in der Situation von Romeo und Julia wiederfinden. Die gesellschaftlichen Zwänge sind heute nicht kleiner als zu Bellinis oder Shakespeares Zeiten.“

Bellini und sein Librettist Felice Romani haben sich nicht nur auf Shakespeare bezogen, der 1830, im Jahr der Uraufführung der Oper, in Italien kaum bekannt war. Alte italienische Quellen vor allem liegen dem Libretto zugrunde. Für Michael Sturm ist das kein Problem: „In dieser Inszenierung kommt es uns vor allem darauf an zu zeigen, in welche Ausweglosigkeit wahre Liebe führen kann. Und auch zu zeigen, dass man den Gefühlen dennoch nicht gänzlich abschwören soll. Vor diesem Hintergrund verblassen andere Inhalte des Librettos, wie etwa der politische Hintergrund.“

Spielen lässt Michael Sturm die Oper in einem Milieu, das für die strikte Einhaltung seiner Ehrbegriffe bekannt, sogar berüchtigt ist. „Bei dieser Inszenierung hat ,Der Pate‘ Pate gestanden“, sagt der Regisseur, ein großer Bewunderer von Francis Ford Coppolas Film-Trilogie. „Die beiden Liebenden aus verfeindeten Familien in diese Umgebung zu versetzen scheint mir reizvoll. Und es hat auch mit Zeitlosigkeit zu tun, um auf den Begriff zurück zu kommen.“

Die Partie des Romeo hat Bellini als Hosenrolle für einen Mezzosopran angelegt, in Lübeck wird Wioletta Hebrowska die Rolle übernehmen. „Bei Hosenrollen wie dieser ist es wichtig, ganz einfach zu vergessen, dass eine Frau einen Mann spielt. Und die Darstellerin muss lernen, sich nicht allzu weiblich auf der Bühne zu bewegen — das hat hier ganz ausgezeichnet funktioniert.“ Fel

Premiere am Freitag, 8. April, um 19.30 Uhr im Großen Haus des Theaters Lübeck. Die Aufführungsdauer beträgt zweieinhalb Stunden.

LN

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