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Kultur im Norden „Der Schimmelreiter“ fasziniert noch immer
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21:22 03.07.2013
Foto von Theodor Storm aus dem Archiv des Theodor-Storm-Hauses in Husum. Quelle: Foto: dpa
Husum

Sein bekanntestes Werk beendete Theodor Storm erst kurz vor seinem Tod: die düstere Novelle „Der Schimmelreiter“. Noch heute lesen Schüler im Deutschunterricht die tragische Geschichte rund um den Deichgrafen Hauke Haien. Storm, geboren 1817 in Husum, starb vor 125 Jahren, am 4. Juli 1888, im holsteinischen Hanerau-Hademarschen an Magenkrebs.

Er war Schriftsteller, Lyriker, Dichter — und im bürgerlichen Beruf Jurist. Seiner Heimatstadt widmete Storm eines seiner bekanntesten Gedichte „Am grauen Strand, am grauen Meer“ (1852). „Doch hängt mein ganzes Herz an dir“, heißt es darin, „du graue Stadt am Meer“.

Storm legt sein Abitur am Katharineum in Lübeck ab, studiert dann in Kiel und Berlin Jura. Schon mit 16 Jahren schreibt er Gedichte. 1843 eröffnet Storm in Husum eine Anwaltskanzlei.

Er heiratet seine acht Jahre jüngere Cousine Constanze Esmarch. 1849 schreibt er die Novelle „Immensee“ — eine Liebesgeschichte, mit der Storm zu Lebzeiten großen Erfolg hat und die Anerkennung der literarischen Fachwelt findet. Storm unterstützt die Erhebung der Herzogtümer Schleswig und Holstein gegen den dänischen König Friedrich VII. Deshalb entzieht ihm der dänische Staat die Zulassung als Anwalt, worauf er in den preußischen Justizdienst wechselt.

1864 schließlich, nach Ende des deutsch-dänisches Krieges, kehrt er in seine Geburtsstadt zurück, wo er Landvogt und Amtsrichter wird. 1865 stirbt seine Frau Constanze bei der Geburt ihres siebten Kindes. Storm heiratet 1866 die elf Jahre jüngere Dorothea Jensen, in die er sich bereits kurz nach seiner Heirat mit Constanze verliebt hatte. 1874 erscheint seine Novelle „Pole Poppenspäler“. Seinen Lebensabend verbringt Storm in Hademarschen.

Dass „Der Schimmelreiter“ auch heute noch viele Menschen fasziniert, ist für Jochen Missfeldt (72) kein Wunder. Der ehemaliger Bundeswehr-Jagdflieger hat Storm jüngst ein Buch („Du graue Stadt am Meer“) gewidmet. Die Novelle, in deren Mittelpunkt das tragische Ende des ehrgeizigen Deichgrafen Hauke Haien und dessen Familie in den Fluten der Nordsee steht, behandele Themen, die hochaktuell seien, sagt Missfeldt. Es gehe um Machthunger, Hochmut, Eitelkeit, Selbstherrlichkeit und Anmaßung.

LN

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