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Der Star ist der Gast

Lübeck Der Star ist der Gast

Enttäuschend: Carl Millöckers „Gasparone“ bei der Lübecker Sommeroperette.

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Frank Ernst als Benozzo.

Quelle: Olaf Mahlzahn

Lübeck. — Die Aufführung des Millöcker-Werks „Gasparone“ durch die Lübecker Sommeroperette hat durchaus Höhepunkte. Dafür ist ein als Gast engagierter Tenor auf der Bühne des Geisler-Theaters zuständig: Frank Ernst von der Staatsoperette Dresden. Er sang bei der Premiere mit frischer, wendiger Stimme den Part des Schmugglers Benozzo. Und er erwies sich als fabelhafter Komödiant im Duett mit Jana Thomas, die seine Gattin spielt.

Auch Operetten-Urgestein Mona Hermes hat witzige Szenen als Zenobia, Vertraute der Gräfin Carlotta. Wenn sie mit dem Couplet „Es gibt ja keine Männer mehr!“ die reife Dame gibt, die zum Leichtsinn neigt, dann freut man sich, dass Regisseur Michael P. Schulz über diese Mimin verfügt. Damit ist das Unheil angedeutet: Einige der Sänger waren der musikalisch schlichten Räuberpistole von 1884 entweder nicht gewachsen oder indisponiert. Allen voran Jens-Uwe Mürner als Graf Saluzzo. Diese Figur soll eigentlich die Fäden bei der Übertölpelung der sizilianischen Obrigkeit und bei der Eroberung der Gräfin ziehen. Doch Mürner hat erstens ein gewaltiges Intonationsproblem, zweitens steht er wie ein Holzklotz auf der Bühne. Kein Charme, keine Raffinesse. Sonja Pitsker, oft eine Leistungsträgerin der Sommeroperette, findet dieses Mal nicht die Mitte zwischen lärmendem Sopran und Verzagtheit.

Das Publikum im nur dreiviertel vollen Theater applaudierte bei der Premiere fröhlich und höflich.

• www.luebecker- sommer-

operette.de

mib

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