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Der Zauber lauer Sommernächte

Lübeck Der Zauber lauer Sommernächte

Das erste Saisonkonzert der Lübecker Philharmoniker bringt Serenaden von drei Komponisten.

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Gast-Dirigent Bruno Gaudenz stammt aus der Schweiz.

Quelle: Fotos: TL

Lübeck. Mit einem Sinfoniekonzert unter dem Titel „Sommernächte“ starten die Lübecker Philharmoniker am Sonntag um 11 Uhr und am Montag um 20 Uhr in die neue Spielzeit. Auf dem Programm stehen Werke von Joseph Haydn, Othmar Schoeck und Manuel de Falla. Es dirigiert der junge Schweizer Simon Gaudenz, der 2009 den Deutschen Dirigentenpreis gewann. Den Klavierpart übernimmt der aus Finnland stammende Antti Siirala.

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Der finnische Pianist Antti Siirala spielt de Fallas Impressionen.

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Serenaden, wörtlich übersetzt „Abendmusiken“, waren im 18. Jahrhundert beliebt als heiter-beschwingte Freiluftmusiken. Später dann wandelte sich diese Funktion von Musik: Was vormals nur für eine besondere Situation komponiert war, wurde nun zur Musik, die eine besondere Situation beschreibt. Die Programmatik hielt Einzug, und es scheint, als hätte der Zauber abendlich-nächtlicher Stimmungen einen nie versiegenden Reiz auf Komponisten ausgeübt, seien sie nun Klassiker wie Haydn oder Impressionisten wie Manuel de Falla.

Die Sinfonie mit dem programmatischen Titel „Le Soir“ („Der Abend“) gehört zu den sogenannten Tageszeiten-Sinfonien, die Haydn 1761 komponierte. Eine frühe, vorklassische Sinfonie, die im Hinblick auf die Form noch konzertierende Elemente des Concerto grosso enthält. Doch das abendliche Fest wird dramatisch unterbrochen: Regentropfen fallen, Windböen kommen auf. Im letzten Satz entfaltet sich nach einem heißen Tag ein kräftiges Sommergewitter.

Als „letzter Romantiker“ hat auch Othmar Schoeck im Jahr 1945 der lebensgesättigten Aura von Sommernächten musikalische Farben abgerungen und sich dabei von einem Gedicht Gottfried Kellers inspirieren lassen. Sein Stimmungsbild ist ganz dem weichen Klang eines Streichorchesters anvertraut und gibt als „pastorales Intermezzo“ einen elegisch-sentimentalen Blick frei auf einen ländlichen Brauch: Nach helfender Arbeit auf dem Felde feiert und singt die Jugend bis zum Morgen.

Das spanische Andalusien mit seiner maurischen Exotik spiegeln musikalisch die „Nächte in spanischen Gärten“ wider, die Manuel de Falla ab 1909 zu komponieren begann. Mit Gespür für lyrisch-melancholische Klangbilder, in denen der Klavierpart ziselierend eingebunden ist, hat er einen Spaziergang durch spanische Gärten komponiert. Vom Sommerpalast in Granada geht es in die Gärten von Córdoba, und von überall her ertönen feurig-zarte andalusische Tänze und Rhythmen.

LN

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