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Kultur im Norden Der geborene Komödiant
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12:59 12.10.2016
Patrick Berg, 33 Jahre alt und neu im Schauspielensemble des Theaters Lübeck. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Als einer von fünf Oskar Matzerats in der Bühnenversion von Günter Grass’ Roman „Die Blechtrommel“ lässt er erkennen, dass er das Zeug hat, andere an die Wand zu spielen. Er führt den Chor der Blechtrommler an, gibt den Insassen einer Heil- und Pflegeanstalt mit großen kindlichen Augen und weiser Erzählung über das Werden des klein gebliebenen Oskar Matzerath.

Demnächst wird er in „Lehman Brothers – Aufstieg und Fall einer Dynastie“ zu sehen sein (Premiere am 25. November). Noch ein Stück mit viel Text, sagt Patrick Berg, 33 Jahre alt und neu im Schauspielensemble des Theaters Lübeck. Sein Alltag sieht deshalb so aus: „Morgens proben, nachmittags Text lernen, abends proben.“

Patrick Berg, in Hamburg geboren und aufgewachsen, wusste schon mit 15 Jahren, dass er Schauspieler werden wollte. Es stand für ihn fest, so wie ein Maler ja schließlich auch Maler sei und nichts anderes.

In Bochum hat er seine Schauspielausbildung gemacht. Fünf Jahre spielte er am Theater Osnabrück. In Lübeck ist Patrick Berg gelandet, weil die Leitende Schauspiel-Dramaturgin Anja Sackarendt ihn zum Vorsprechen eingeladen hatte. „Lübeck ist eine wunderschöne Stadt“, sagt er. Allerdings sei sie – sogar im Vergleich mit Osnabrück – ein bisschen weit ab vom Schuss.

Erst einmal ist er an der Ostsee gewesen, seit er in Lübeck wohnt, hat einen Spaziergang am Brodtener Ufer gemacht. „Wenn ich die Zeit hätte, würde ich gern öfter ans Meer fahren“, sagt Patrick Berg.

Hat er aber nicht, weil ihm anderes wichtiger ist, weil ihm sein Beruf am allerwichtigsten ist. Wann er Zeit habe, Dinge zu tun, die ihm auch noch Spaß machen? „Sechs Wochen im Sommer“, sagt der Schauspieler. Keine Spur des Bedauerns ist herauszuhören, nur Hingabe an seinen Beruf.

Auf die Frage, welche Rolle er gern einmal spielen würde, wenn er die freie Wahl hätte, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: Hamlet. „Da steckt so viel mehr drin, als mein Geist erfasst.

Diese Figur ist so vielschichtig, das würde mich schon sehr reizen“, sagt der Schauspieler.

Patrick Berg wirkt nicht wie jemand, der unbedingt im Mittelpunkt stehen und gefallen will. Muss ein Schauspieler aber nicht auch ein bisschen eitel sein? Er hält sich nicht dafür. Seine Eitelkeit bestehe darin, dass er seinen Beruf sehr ernst nehme. Die Schauspielerei könne man nicht nebenbei machen und auch nicht, ohne Herzblut zu verlieren. Er jedenfalls kann es nicht.

Man muss sich Patrick Berg nicht als bierernsten Menschen vorstellen. Auch das Leichte gewinnt schließlich, wenn es ernsthaft betrieben ist. „Ich bin sehr komödiantisch“, sagt der Schauspieler über sich selbst. Und man glaubt ihm aufs Wort.

Was macht er, wenn er doch mal Freizeit hat? „Ich hab’ gern meine Ruhe“, sagt er. Die findet er beim Fußball gucken, kochen oder essen gehen.

„Die Blechtrommel“, nächste Aufführung: So., 16. Oktober, 18 Uhr, Großes Haus des Theaters Lübeck

 Liliane Jolitz

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