Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Der letzte der Bee Gees: Barry Gibb wird 70

London Der letzte der Bee Gees: Barry Gibb wird 70

Er kennt die Achterbahn des Lebens: Welthits, Drogen, Absturz, private Dramen – Einen letzten Song widmete er seinem sterbenden Bruder.

London. . „In The Now“ heißt Barry Gibbs neues Album, das im Oktober herauskommt – „Im Hier und Jetzt“. Bezeichnend für den Veteranen der Disco-Ära, der mit so vielen persönlichen Tragödien klarkommen musste. Von seinen vier Geschwistern ist nach dem Tod seines jüngeren Bruders Andy und der Zwillinge Robin und Maurice nur noch Lesley am Leben. Wenige haben es so hoch in den Pophimmel geschafft wie die Bee Gees, die erfolgreichste Familienband aller Zeiten, mit mehr als 200 Millionen verkauften Platten und einem Album, das sechs Monate lang an der Spitze der Charts stand. Heute feiert Barry Gibb seinen 70. Geburtstag.

 

LN-Bild

Barry Gibb im Jahr 2013.

Quelle: imago

Barry kommt 1946 auf der Isle of Man als Sohn des Bandleaders Hugh Gibb auf die Welt; zwei Jahre später werden die Zwillinge Robin und Maurice geboren, mit denen er die Bee Gees gründen wird. 1958 wandert Familie Gibb nach Australien aus, das Teenage-Trio mit den ungewöhnlich harmonischen Stimmen tingelt durch Hotels und Nachtclubs.

1967 reist Barry mit seinen beiden Brüdern zurück nach London. Sie landen bald ihre ersten Hits („New York Mining Disaster 1941“ und „To Love Somebody“) mit melodischen Softrock-Balladen. Doch auf der Höhe ihres Erfolgs beginnen sie auseinanderzudriften: Robin mit seinem kristallklaren Vibrato kommt nicht gegen Barrys gutes Aussehen an. Jeder versucht seinen eigenen Weg mit Soloprojekten zu gehen, doch bald ist klar: Sie funktionieren nur zusammen.

1975 entdeckt Barry Gibb seine Falsett-Stimme, die Markenzeichen der Bee Gees werden sollte. Zwei Jahre später werden sie gebeten, Songs für den Soundtrack des Kultfilms „Saturday Night Fever“ mit John Travolta zu schreiben. Der Rest ist Popgeschichte. Die Hits dieses Albums, wie „Stayin' Alive“, füllen heute noch die Tanzflächen. Der Soundtrack wird 15 Millionen Mal verkauft und gewinnt einen Grammy.

Schwerreich, die Wände gepflastert mit Platin-Schallplatten – zurückblickend sagt Barry, es sei einfach zu viel gewesen. „Zum Schluss konnten wir nicht mehr atmen. Ich komme einfach mit Ruhm nicht besonders gut klar.“ Hasch, Amphetamine, Alkohol – jeder der Bee Gees hat seine Droge, um als Superstar zu funktionieren. Barrys jüngster Bruder Andy – auch ein Musiker – stirbt 1988 mit erst 30 Jahren an den Folgen seines Drogenkonsums. Der schwerste Schock ereilt die Bee Gees jedoch, als Maurice überraschend 2003 mit 53 Jahren an einem Herzinfarkt stirbt. Er war der Vermittler zwischen Robin und Barry, die durch den Schmerz wieder auseinanderdriften und lange nicht miteinander sprechen.

Erst kurz vor Robins Tod 2012 versöhnen sie sich. Den Song „End of the Rainbow“ aus dem neuen Solo-Album hat Gibb seinem Bruder gewidmet: „Ich habe eine Strophe des Songs für Robin gesungen, als er im Koma lag, zwei Wochen bevor er starb. Ich weiß nicht, ob er es hörte oder nicht. Aber ich sang trotzdem.“

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden