Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Der springende Holländer setzt neue Akzente

Lübeck Der springende Holländer setzt neue Akzente

Herman van Veen mit junger Band in der Lübecker MuK.

Lübeck. Lübeck. „Und jede Minute hast du die Wahl, gehe oder bleibe ich, spreche oder schweige ich, gebe oder bitte ich, falle oder springe ich“, singt Herman van Veen im titelgebenden Lied seiner aktuellen Tour, und seine Wahl war klar. Der 71-Jährige sprang, tänzelte, steppte, rockte am Freitagabend über die Bühne der Muk. Seit 50 Jahren steht der selbst ernannte „holländische Clown mit der Glatze“ auf der Bühne, und seine Fangemeinde bekam das, was sie von ihm kennt: Die Vermessung des Lebens mit den Mitteln der Musik und Sprache. Er singt über Gott und die Welt, verlorene Gefühle, Depression, Mutters Hände, um dazwischen über über die Rasur seiner Schamhaare im Krankenhaus oder Jonny Walker im Hotelzimmer zu kalauern. So balanciert er zwischen laut und leise, bitterernst und lustig.

Doch Herman van Veen wagte auch einen Sprung in musikalisches Neuland: Nach dem Tod seines Pianisten Erik van der Wurff, mit dem er 50 Jahre auf der Bühne stand, stellte er eine neue Band zusammen, die mit einem Durchschnittsalter von 29 Jahren seine Enkel sein könnten. Sie treten in musikalischen Dialog, singen und spielen zusammen, und das gibt dem Programm noch einmal große Frische und Intensität. Kein Wunder, dass der Wunsch der Besucher nach Zugaben nicht enden wollte. ph

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur im Norden