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Kultur im Norden Deutsche Filme mit guten Chancen in Locarno
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18:12 10.08.2016

. Deutschland hat sich auf dem 69. Internationalen Filmfestival Locarno ausgesprochen gut positioniert. Im Wettbewerb um den Goldenen Leoparden, den Hauptpreis, haben die deutsch-schweizerische Koproduktion „Marija“ des aus der Schweiz stammenden Regisseurs Michael Koch und die rumänisch-deutsche Koproduktion „Vernarbte Herzen“ vom Rumänen Radu Jude am Sonnabend Aussichten auf eine Auszeichnung.

Der allein von deutschen Geldgebern produzierte Spielfilm „Der traumhafte Weg“ von Angela Schanelec hat eine Außenseiterchance. Das Echo auf den Film der durch die Berliner Schule bekannt gewordenen Regisseurin war kontrovers. Die Jahrzehnte umspannende Erzählung um Menschen, die trotz Partnerschaften und Familienglück unsagbar einsam wirken, ist wortkarg und wird von strengen Bildern geprägt.

Es ist aber durchaus möglich, dass die vom mexikanischen Regie-Star Arturo Ripstein angeführte Jury Schanelecs ungewöhnlichen Stil honoriert.

Im Wettbewerb um den Goldenen Leoparden gibt es mehrere Filme mit guten Chancen. Neben den deutschen Beiträgen werden das bulgarische Sozialdrama „Slava“ („Glory“), die ägyptische Gesellschaftsstudie „Al Ma' wal Khodra wal Wajh El Hassan“ („Bäche, Wiesen und schöne Gesichter“) sowie das polnische Künstlerporträt „Ostatnia rodzina“ („Die letzte Familie“) hoch gehandelt. Aber es ist zu früh für Spekulationen. Noch stehen einige Beiträge aus.

Sehr gut möglich ist, dass der diesjährige Publikumspreis nach Deutschland geht. Er wird von den Zuschauern per Umfrage ermittelt. Zur Wahl stehen jene Filme, die außerhalb des Wettbewerbs auf Locarnos Piazza, dem Marktplatz, in Open-air-Aufführungen für je etwa 8000 Besucher gezeigt werden. „Paula“, Christian Schwochows Porträt der Malerin Paula Modersohn-Becker, und das von der Schauspielerin Maria Schrader inszenierte Drama „Vor der Morgenröte“ um den Dichter Stefan Zweig wurden begeistert aufgenommen und gehören zu den Höhepunkten des Piazza-Programms.

LN

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