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Deutsche Regisseurin gefeiert

Deutsche Regisseurin gefeiert

Maren Ade plötzlich Favoritin auf dem Filmfestival in Cannes.

Cannes. Das Aufatmen war groß, als im April bekannt wurde, dass mit Maren Ade nach acht Jahren endlich wieder ein deutsches Regietalent im Wettbewerb um die Goldene Palme vertreten sein würde. Chancen auf eine Auszeichnung rechnete man sich kaum aus. Doch nun ist Ade etwas gelungen, von dem jeder Filmemacher träumt: Sie hat mit ihrem Vater-Tochter-Drama „Toni Erdmann“ Cannes im Sturm erobert. Ihr zugleich zum Lachen und zu Tränen herausfordernder Film über eine im Grunde völlig alltägliche, entfremdete Eltern-Kind-Beziehung berührt zutiefst und wurde vom Publikum in Cannes mit jener Art heftigem Applaus bedacht, der einen Film als palmenverdächtig qualifiziert.

In „Toni Erdmann“ geht es um Universelles – um Familie und Karriere, auch um den Tod. Es geht also um ziemlich viel, und das so komisch und schmerzvoll zwischen einem Vater (Peter Simonischek) und seiner Tochter (Sandra Hüller), wie das Leben nun mal ist, wenn man so genau hinsieht wie die 39-Jährige, die auch das Drehbuch in ihrem erst dritten Kinofilm schrieb.

Bislang wurde kein anderer Film in Cannes mit derart ungeteilter Zustimmung aufgenommen. Maren Ade sieht sich mithin über Nacht in die Favoritenrolle gehoben. Sollte am Ende tatsächlich eine Palme herausspringen, könnte sie gleich mehrere Rekorde brechen: als erste deutsche Regisseurin seit Wim Wenders’ Goldener Palme für „Paris, Texas“ 1984 und als zweite Frau nach Jane Campions Gewinn 1993 mit „The Piano“. epd/sto

LN

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