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Kultur im Norden Die 60. Nordischen Filmtage starten
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17:21 10.10.2018
Das Filmtage-Team: v.l. Florian Vollmers, Sebastian Apel, Franziska Kremser-Klinkertz, Joerg Schoening, Linde Froehlich und Doris Bandhold. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Der Eröffnungsfilm kommt aus Estland: „Die kleine Genossin“ von Regisseurin Moonika Siimets erzählt die Geschichte der sechsjährigen Leelo im Estland der 1950er Jahre. Sie solle ein gutes Kind sein, sind die letzten Worte ihrer Mutter, bevor sie vom Geheimdienst abgeholt wird. Und so versucht die Halbwaise, im stalinistischen Regime alles richtig zu machen. „Dieser Film gibt den Takt und Ton des Festivals vor“, sagt die künstlerische Leiterin Linde Fröhlich. Die baltischen Staaten stehen zum 100. Jubiläum ihrer Unabhängigkeit im Fokus, und Moonika Siimets ist nur eine von vielen jungen Regisseurinnen, die das Filmschaffen in Estland, Litauen und Lettland derzeit prägen.

Insgesamt werden beim Filmfestival 199 Filme aus Skandinavien, Deutschland und dem Baltikum gezeigt. Zum Geburtstag gönnt sich das Filmfest einen Tag mehr – dennoch sei die Zahl der Filme gleichgeblieben, sagt Festival-Manager Florian Vollmers. Sie werden allerdings öfter gezeigt, so dass in diesem Jahr mehr Menschen die Gelegenheit haben werden, Spiel- und Kurzfilme, Dokus, Serien, Kinderfilme und Stummfilmklassiker zu sehen. 17 Filme sind im Wettbewerb um den NDR-Filmpreis vertreten – sieben davon Debüts. Neben den jungen Filmemachern sind mehrere Stammgäste und ehemalige Preisträger dabei: So etwa Henrik Martin Dahlsbakken aus Norwegen mit dem Erotikthriller „Eine Affäre“ über die Beziehung einer Lehrerin zu ihrem Schüler. Klaus Härö, der bereits zwei Mal den von den „Lübecker Nachrichten“ gestifteten Publikumspreis gewonnen hat, erzählt in „Ein unbekannter Meister“ die Geschichte eines alten Kunsthändlers, der mit einem letzten Deal noch mal richtig Reibach machen will.

Serienfans können sich auf zwei Folgen der vierten und letzten Staffel von „Die Brücke“ freuen. Starke Konflikte und Bilder verspricht die Serie „Die Wege des Herrn“ über einen tyrannischen Pastor (Lars Mikkelsen) in der dänischen Provinz, der nach außen den gottesfürchtigen Kirchenmann gibt (ab Dezember auf Arte zu sehen).

Im Filmforum steckt in diesem Jahr sehr viel Lübeck: Das Roadmovie „Hans Blumenberg – Der unsichtbare Philosoph“ würdigt den großen Lübecker Denker. Die in Lübeck geborene Regisseurin Rike Steyer präsentiert das Mutter-Sohn-Drama „Goliath96“ mit Katja Riemann, und der gebürtige Lübecker Miguel Alexandre den Thriller „Der Mordanschlag“.

Einblicke in den Arbeitsalltag im Lübecker Hafen in den 1970er Jahren gewährt ein Film von Peter Schubert, der im neu eingerichteten „Hafenkino“ im Schuppen 6 zu sehen sein wird. Dort an der Untertrave soll mit maritimen Filmen und restaurierten Stummfilmklassikern zu Livemusik ein bisschen Hafenflair lebendig werden. Eröffnet wird die Retrospektive mit Ingmar Bergmans „Hafenstadt“ aus dem Jahr 1948. Dem schwedischen Regisseur ist außerdem zum 100. Geburtstag eine eigene Reihe gewidmet, in der Dokumentationen über ihn gezeigt werden.

360-Grad-Kino gibt es wieder im Fulldom mit Sternenkino und einem Beitrag zum 875. Lübecker Stadtjubiläum, Konzerte, Ausstellungen, Diskussionen runden das Jubiläumsfest ab.

Linde Froehlich (l.) und Silke Lehmann auf der Pressekonferenz zu den 60. Nordischen Filmtagen Luebeck. Quelle: 54° / John Garve

Alle Infos zu den Filmtagen gibt auch hier

LN

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